Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im Jemen hat mit einem Stopp des internationalen Flugverkehrs am jemenitischen Airport Aden neuen Höhepunkt erreicht.
Die von Saudi-Arabien unterstützte, international anerkannte Regierung des Jemen hatte zuvor neue Beschränkungen für Flüge in die und aus den VAE angeordnet, wie eine saudische Quelle der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Der den Separatisten im Süden des Landes nahestehende jemenitische Verkehrsminister ordnete daraufhin jedoch eine vollständige Einstellung des Flugverkehrs an. Der separatistische Südliche Übergangsrat (STC) wird von den VAE unterstützt.
Mit dem Vorfall vom Donnerstag spitzt sich das Zerwürfnis den beiden Regionalmächten zu:
Saudi-Arabien hatte den VAE in zuletzt vorgeworfen, den STC dazu zu drängen, in Richtung der saudi-arabischen Grenzen vorzudringen. Die nationale Sicherheit Saudi-Arabiens sei eine "rote Linie", hatte es in der Hauptstadt Riad geheißen.
Die VAE kündigten daraufhin an, ihre Streitkräfte aus dem Jemen vollständig abzuziehen; zuletzt war das Emirat mit einigen wenigen sogenannten Anti-Terror-Einheiten vor Ort gewesen.
Dieser Schritt erfolgt nach dem Luftangriff der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition auf den südjemenitischen Hafen Mukalla. Die Regierung in Riad erklärte, Ziel des Angriffs sei eine Waffenlieferung mit Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Der Streit der beiden mächtigen Golfmonarchien hat auch wirtschaftliche Sprengkraft. Beide Länder sind wichtige Mitglieder des Ölkartells Opec.
Die Spannungen haben tiefe historische Wurzeln:
Der Jemen war bis 1990 in einen Nord- und einen Südstaat geteilt.
Nach der Wiedervereinigung dominierte der Norden, ein Versuch des Südens, sich 1994 wieder abzuspalten, wurde militärisch niedergeschlagen.
Die Separatisten des STC streben seit Langem die Unabhängigkeit des Südens an.
Jemen herrscht seit 2014 Bürgerkrieg.
Damals übernahmen die Huthis die Kontrolle über den Norden einschließlich der Hauptstadt Sanaa. Dies zwang die international anerkannte und von Saudi-Arabien unterstützte Regierung zur Flucht in den Süden, wo sie sich in Aden niederließ.
