Bill Gates hat nach Angaben der Gates Foundation in einer Mitarbeiterversammlung Verantwortung für seine Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein übernommen. Das teilte ein Sprecher der Stiftung der Nachrichtenagentur Reuters schriftlich mit.
Auslöser der Stellungnahme war ein Bericht des »Wall Street Journal« . Demnach soll Gates bei seinen Beschäftigten um Entschuldigung gebeten haben, Zeit mit Epstein verbracht und Führungskräfte der Stiftung in Treffen mit ihm einbezogen zu haben. »Ich entschuldige mich bei anderen Menschen, die wegen des Fehlers, den ich gemacht habe, da hineingezogen wurden«, sagte er der Zeitung zufolge.
Das »Wall Street Journal« ergänzte, Gates habe außerdem eingeräumt, er habe zwei Affären mit russischen Frauen gehabt; »eine mit einer russischen Bridge-Spielerin, die ich bei Bridge-Veranstaltungen kennengelernt hatte, und eine mit einer russischen Kernphysikerin«. Letztere soll dem Bericht zufolge für eines von Gates' Unternehmen gearbeitet haben. Unklar ist allerdings, ob sie zu dieser Zeit auch die Beziehung führten. Epstein soll später versucht haben, Gates mit seinem Wissen über die Affäre zu erpressen, berichtete die Zeitung 2023 .
Mit Blick auf die Affären teilte Gates mit, es seien keine Epstein-Opfer involviert gewesen. »Ich habe nichts Illegales getan. Ich habe nichts Illegales gesehen«, sagte er laut »Wall Street Journal« zu den Mitarbeitern.
Gates traf Epstein nach dessen Verurteilung
Gates habe eingeräumt, Epstein ab 2011 getroffen zu haben, heißt es in dem Bericht weiter. Bereits 2008 hatte sich Epstein schuldig bekannt, eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet zu haben. Doch dem »Wall Street Journal« zufolge gab Gates zu, Epsteins Hintergrund nicht angemessen geprüft zu haben. Demnach sagte der Milliardär, er habe sich mit Epstein weiter getroffen, obwohl seine damalige Frau Melinda Gates im Jahr 2013 Bedenken geäußert hatte. Sie sei immer »skeptisch über die Epstein-Sache« gewesen.
Weiter berichtet die Zeitung, dass Gates seinen Mitarbeitern mitgeteilt habe, dass er sich bis 2014 weiterhin mit Epstein getroffen habe, mit ihm in einem Privatjet geflogen sei und Zeit mit ihm in Deutschland, Frankreich, New York und Washington verbracht habe. Epsteins Karibikinsel habe er nie besucht. Nach 2014 habe der Sexualstraftäter ihm weiter E-Mails geschrieben, Gates habe aber nicht reagiert.
Mädchen in den Fotos waren laut Gates Epsteins Assistentinnen
Zu den vom US-Justizministerium veröffentlichten Unterlagen gehörten auch Fotos, die den Microsoft-Gründer zusammen mit Frauen zeigen, deren Gesichter jedoch geschwärzt wurden. Nach Angaben des »Wall Street Journal« sagte Gates den Mitarbeitern der Stiftung, bei den Aufnahmen handele es sich um Bilder mit Epsteins Assistentinnen. »Zur Klarstellung: Ich habe nie Zeit mit Opfern verbracht«, fügte Gates dem Bericht zufolge hinzu.
Anfang dieses Monats hatte die Gates Foundation erklärt, sie habe weder finanzielle Zahlungen an Epstein geleistet noch ihn jemals beschäftigt. Gates sagte zudem in der vergangenen Woche wenige Stunden vor einer geplanten Rede seine Teilnahme an einem indischen KI-Gipfel ab.
Die Gates Foundation, deren Vorsitz Bill Gates führt und die er 2000 gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau gegründet hatte, zählt zu den weltweit größten Geldgebern für Initiativen im Bereich der globalen Gesundheit.
Die neuen Epstein-Akten schärfen das Bild eines Mannes, der die globalen Eliten miteinander vernetzte. Lesen Sie hier mehr über das System, das auf dem Handel aus Sex, Macht und Geld basierte.
