Einen Tag vor Ablauf der Frist für das US-Justizministerium, alle Akten freizugeben, haben die US-Demokraten weitere Fotos aus dem Nachlass des gestorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein veröffentlicht. Auf den neuen Bildern sind erneut zahlreiche prominente Personen zu sehen, darunter Microsoft-Gründer Bill Gates, der eine junge Frau im Arm hält. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Gates war bereits auf früher veröffentlichten Bildern zu sehen.
Auch ein Screenshot eines Chatverlaufs ist zu sehen, bei dem es darum geht, dass jemand »Mädchen« für 1000 Dollar anbietet. »Vielleicht ist jemand Gutes für J dabei?«, fragt jemand in dem Chat. Zu einer 18-Jährigen gibt es eine Liste mit Größe, Gewicht und Herkunft: Russland.
Die Demokraten veröffentlichten unter anderem einen Screenshot eines Chatverlaufs
Foto: AFPAuf einem weiteren Foto ist ein Schriftzug auf einem Frauenfuß zu sehen, der ein Zitat aus dem Roman »Lolita« des russisch-amerikanischen Schriftstellers Vladimir Nabokov wiedergibt. Das Buch handelt vom sexuellen Missbrauch eines Mädchens durch ihren Stiefvater.
Zitat auf dem Fuß einer Frau oder eines Mädchens: Im Hintergrund liegt eine Ausgabe des Buches »Lolita«
Foto: House Oversight Committee Democrats / REUTERSTrump nicht zu sehen
US-Präsident Donald Trump, der auf früher veröffentlichten Fotos im Umfeld Epsteins zu sehen war, erscheint auf den neuesten Bildern nicht. Nach Angaben der Demokraten umfasst der Nachlass, der im zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses geprüft wird, rund 95.000 Fotos. Kontext zu den Bildern liege dem Material nicht bei.
Die Demokraten warfen Trump erneut vor, die Epstein-Affäre vertuschen zu wollen. Der US-Präsident hatte nach langem Druck im vergangenen Monat ein Gesetz des Kongresses unterschrieben, das vorsieht, dass das Justizministerium Ermittlungsakten zu dem Fall bis zum 19. Dezember freigeben muss.
- Nach monatelanger Blockade: Der ganze Kongress will die Freigabe der Epstein-Akten. Trump tut so, als wäre er einverstanden Von Cornelius Dieckmann
- Trumps Sinneswandel in der Epstein-Affäre: Versuch einer Schadensbegrenzung Von Bernhard Zand, New York
- Toter Sexualstraftäter wird Trump gefährlich: Der Epstein-Fluch Die SPIEGEL-Titelgeschichte von Julia Amalia Heyer und Marc Pitzke
Der New Yorker Finanzier Epstein war über viele Jahre Teil der High Society und in einflussreichen Kreisen vernetzt. Der Multimillionär hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Auch er selbst soll Frauen und Mädchen etwa in New York und Florida missbraucht haben.
