SpOn 18.11.2025
20:46 Uhr

Jeffrey Epstein: Repräsentantenhaus in den USA stimmt für Veröffentlichung der Akten


Lange hat Donald Trump blockiert, zuletzt lenkte der Präsident jedoch ein: Mit den Stimmen zahlreicher Republikaner hat das US-Repräsentantenhaus jetzt für die Freigabe der Epstein-Akten votiert.

Jeffrey Epstein: Repräsentantenhaus in den USA stimmt für Veröffentlichung der Akten

Die Akten im Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein sollen veröffentlicht werden. Dafür hat eine große, parteiübergreifende Mehrheit im US-Repräsentantenhaus votiert. Die Abgeordneten billigten nahezu einstimmig ein Transparenzgesetz, das die Regierung zur Veröffentlichung der Dokumente zwingen soll.

Der einzige Abgeordnete, der mit »Nein« stimmte, war Clay Higgins, ein extrem rechter Republikaner aus Louisiana. Das Abstimmungsergebnis lautete 427 zu 1, wie US-Medien berichten.

Der Abstimmung folgte ein kleiner Jubel in der Kongresskammer. Es waren lange Reden aus beiden Parteien vorausgegangen. Einige Abgeordnete lobten die seltene Einigkeit. Andere nutzten die Debatte für scharfe Angriffe in Richtung der jeweiligen politischen Gegenseite. Dabei wurde es teils auch laut.

Trumps Unterschrift benötigt

Ob die Akten tatsächlich veröffentlicht werden, ist jedoch unklar – es braucht noch die Zustimmung des Senats und die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump. Der hatte seinen Republikanern nach monatelangem Widerstand schließlich ein Votum für die Freigabe empfohlen . Man habe nichts zu verbergen. Damit vermied er wohl eine besonders große Blamage, wenn sein Wort gegen das der Republikaner gestanden hätte.

Womöglich ist auch Kalkül mit im Spiel: Schließlich ist der Rückhalt der Republikaner im Senat für die Offenlegung deutlich geringer als im Repräsentantenhaus. Bei einem »Nein« wäre die geplante Veröffentlichung zumindest für den Moment gestoppt. Sollte der Senat etwas am Gesetzestext ändern, müsste dieser erneut zur Abstimmung ins Repräsentantenhaus zurück.

Weitere Verurteilung nicht möglich

Der einflussreiche US-Multimillionär Epstein hatte über viele Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er verging sich auch selbst an seinen Opfern.

Nach seiner Verurteilung als Straftäter wurde der Fall Jahre später nochmals aufgerollt. Epstein wurde erneut festgenommen und starb 2019 mit 66 Jahren in seiner Gefängniszelle – noch vor einer möglichen weiteren Verurteilung. Im Obduktionsbericht wurde Suizid als Todesursache genannt.

Spekulationen über mögliche Mitwisserschaft

Epsteins Tod und seine breiten Kontakte in die Welt der Reichen lösten Spekulationen über die mögliche Verwicklung einflussreicher Kreise aus. Vor seiner Festnahme waren Prominente und Milliardäre bei ihm ein und aus gegangen.

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Auch Trump verbrachte Zeit mit Epstein, wie mehrere Party-Videos belegen. Seit Monaten wird deshalb spekuliert, wie viel der US-Präsident über Epsteins Straftaten gewusst haben könnte. Zuletzt veröffentlichten Demokraten E-Mail-Auszüge aus Epsteins Nachlass,  in denen Trumps Name auftaucht.

atr/sol/dpa/AFP