Der frühere Prinz Andrew hat nach den neuesten Enthüllungen im Epstein-Fall sein royales Anwesen in Windsor verlassen. Nach übereinstimmenden Berichten britischer Medien ist der 65-Jährige am Montag aus der Residenz Royal Lodge ausgezogen und soll künftig auf dem Landsitz Sandringham seines Bruders, König Charles III. wohnen. Der Ex-Prinz, der mit bürgerlichem Namen Andrew Mountbatten-Windsor heißt, hatte wegen seiner Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bereits alle royalen Titel abgeben müssen .
Mehr als 20 Jahre lebte Mountbatten-Windsor in der Royal Lodge. Charles III. hatte im Oktober vergangenen Jahres seinen Auszug angeordnet. Bei seiner jetzigen Unterkunft auf dem Landsitz soll es sich zunächst um eine temporäre Bleibe handeln – der endgültige Umzug soll im April erfolgen. Der Landsitz Sandringham ist im privaten Besitz von Charles III.
Ex-Prinz bestreitet Vorwürfe
Mountbatten-Windsor war in den jüngst veröffentlichten Dokumenten aus den Epstein-Akten erneut prominent aufgetaucht. Er wies die Vorwürfe, in den Missbrauchsring verwickelt und sich selbst des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht zu haben, immer zurück.
Jeffrey Epstein steht unter Verdacht, Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Epstein war 2008 verurteilt worden, weil er sich schuldig bekannt hatte, unter anderem eine Minderjährige zur Prostitution angeworben zu haben. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft lautete die Strafe damals aber nur 18 Monate Gefängnis. 2019 wurde Epstein unter anderem wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Minderjährigen erneut festgenommen. Rund einen Monat nach seiner Festnahme wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
Starmer fordert Aussage vor US-Kongress
Besonders in britischen Medien spielt der Fall Mountbatten-Windsor eine große Rolle. Sie berichten unter anderem über Fotos, die den damaligen Prinzen in Verbindung mit Epstein zeigen, sowie mutmaßliche E-Mail-Verläufe zwischen beiden. Mountbatten-Windsor kommentierte diese bislang nicht.
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer hat sich nach der Veröffentlichung weiterer Akten über US-Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein eindeutig für eine Aussage von Mountbatten-Windsor vor dem US-Kongress ausgesprochen.
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Auch dessen Ex-Frau, Sarah »Fergie« Ferguson, taucht prominent in den Akten auf. Die Dokumente verstärken den Eindruck der sehr freundschaftlichen Beziehungen zu Epstein. Auch Ferguson hatte ihren Titel als Herzogin von York, den sie nach der Scheidung hatte behalten dürfen, abgeben müssen. Sie schloss als Reaktion auf die neuesten Enthüllungen ihre Wohltätigkeitsorganisation.
Das US-Justizministerium gab am Freitagabend mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie Tausende Videos und Fotos frei . Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen hatten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets abgestritten.
Lesen Sie hier mehr dazu, was in den jüngst veröffentlichten Akten im Fall Epstein steht .
