Das Ehepaar Bill und Hillary Clinton tritt Ende Februar vor einen US-Kongressausschuss – Thema ist ihre Beziehung zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Die Anhörung soll hinter verschlossenen Türen stattfinden. Der ehemalige Präsident und die frühere Außenministerin fordern nun, die Befragung für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. »Lasst uns die Spielchen beenden und das richtig machen: mit einer öffentlichen Anhörung«, schrieb Bill Clinton am Freitag im Onlinedienst X.
I will not sit idly as they use me as a prop in a closed-door kangaroo court by a Republican Party running scared. If they want answers, let’s stop the games & do this the right way: in a public hearing, where the American people can see for themselves what this is really about.
— Bill Clinton (@BillClinton) February 6, 2026
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Clinton stellte weiter infrage, wer von einer geschlossenen Anhörung profitiere. »Nicht Epsteins Opfer, die Gerechtigkeit verdienen. Nicht die Öffentlichkeit, die die Wahrheit verdient«, schreibt der ehemalige Präsident. »Es dient nur parteipolitischen Interessen. Das ist keine Faktensuche, es ist reine Politik.«
Die ehemalige First Lady und Außenministerin Hillary Clinton erklärte, sie und ihr Mann hätten dem republikanisch geführten, ständigen Untersuchungsausschuss im US-Repräsentantenhaus bereits alles mitgeteilt, was sie wüssten. Zu der nächsten Anhörung der Clintons erklärte sie auf X: »Wenn Sie diesen Kampf wollen (…), führen wir ihn öffentlich.«
So let’s stop the games.
— Hillary Clinton (@HillaryClinton) February 5, 2026
If you want this fight, @RepJamesComer, let’s have it—in public.
You love to talk about transparency. There’s nothing more transparent than a public hearing, cameras on.
We will be there.
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Hillary Clinton soll am 26. Februar vor dem Ausschuss aussagen, ihr Mann am 27. Februar. Demokraten wie die Clintons werfen der Regierung vor, den Epstein-Skandal für parteipolitische Zwecke instrumentalisieren zu wollen. Der republikanische Präsident Donald Trump, der wie die Clintons Verbindungen zu Epstein hatte, wurde vom Ausschuss nicht zur Aussage vorgeladen.
Die Clintons hatten eine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss zunächst verweigert, ihre Anwälte verwiesen darauf, dass das Paar bereits zuvor alle verfügbaren Informationen übermittelt habe. Die Republikaner im Repräsentantenhaus drohten daraufhin mit einem Verfahren wegen Missachtung des Kongresses. Bill und Hillary Clinton lenkten schließlich ein, bezeichneten das Verfahren jedoch als politisch motiviert.
Der Name des Paares taucht wie der von Trump und zahlreicher weiterer Politiker und anderer Prominenter in den Akten über Epstein auf. Ein Fehlverhalten konnte weder dem demokratischen Politikerpaar noch Trump nachgewiesen werden. Missbrauchsvorwürfe gegen Trump sind bislang nicht verifiziert worden.
Der in höchsten Kreisen vernetzte US-Investor Epstein stand unter Verdacht, Tausende Minderjährige und junge Frauen missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2019 erhängt in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid.
In der vergangenen Woche hatte das US-Justizministerium weitere Dokumente zu Epstein veröffentlicht. Darin werden wie in den bereits zuvor veröffentlichten Akten zahlreiche prominente und einflussreiche Menschen erwähnt, darunter Trump, Microsoft-Gründer Bill Gates und der britische Ex-Prinz Andrew.

