Angesichts der rapide abgefallenen japanischen Währung hat Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi angekündigt, ihre Regierung werde wegen spekulativer Marktbewegungen einschreiten. Zuvor war der Yen am Freitag nach einer sogenannten Kursabfrage der US-Notenbank von New York sprunghaft angestiegen. Händler werteten dies als mögliches Zeichen für eine gemeinsame Intervention der USA und Japans, um den Kursverfall der Währung zu stoppen.
Sie werde zwar keine konkreten Marktbewegungen kommentieren, sagte Takaichi am Sonntag in einer Fernsehsendung, sie betonte jedoch: »Die Regierung wird gegen spekulative oder außergewöhnliche Marktbewegungen vorgehen.«
In den vergangenen Wochen waren japanische Staatsanleihen und der Yen unter Druck geraten. Grund dafür sind Sorgen, dass Takaichis expansive Finanzpolitik und das langsame Tempo der Zinserhöhungen durch die Bank von Japan (BoJ) zu einer zusätzlichen Schuldenaufnahme und hoher Inflation führen könnten.
Takaichi hat ein großes Ausgabenpaket zur Abfederung der steigenden Lebenshaltungskosten geschnürt und angekündigt, die Mehrwertsteuer von acht Prozent auf Lebensmittel für zwei Jahre auszusetzen. US-Finanzminister Scott Bessent hatte vergangene Woche erklärt, er stehe mit seinen japanischen Kollegen in Kontakt und sei sich sicher, dass diese die Märkte beruhigen würden.
Die Marktbewegungen sind zu einem zentralen Thema im Wahlkampf für die von Takaichi ausgerufene Neuwahl am 8. Februar geworden. Mehrere Oppositionsparteien haben vorgeschlagen, die ETF-Bestände der BoJ und die für Währungsinterventionen vorgehaltenen Devisenreserven zu investieren, um mit den Erlösen eine Senkung der Verbrauchsteuer zu finanzieren.
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Die Regierungskoalition von Takaichi äußerte sich zurückhaltend zu der Idee. Die Verwendung von Devisenreserven würde den Verkauf von US-Staatsanleihen erfordern, was die Märkte beeinträchtigen könnte, sagte ein Vertreter von Takaichis Liberaldemokratischer Partei (LDP). Ein ranghoher Vertreter des Koalitionspartners Japan Innovation Party warnte, die Nutzung der ETF-Bestände der BoJ berge die Gefahr, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu untergraben.
