SpOn 07.12.2025
07:16 Uhr

Japan wirft China vor, Kampfjets ins Visier genommen zu haben


Chinesische Militärflugzeuge haben offenbar ihr Feuerleitradar gegen japanische Kampfjets eingesetzt. Tokio wirft Peking gefährliches Verhalten vor, dort reagiert man mit Gegenvorwürfen.

Japan wirft China vor, Kampfjets ins Visier genommen zu haben

Die Spannungen zwischen Japan und China verschärfen sich. Am Samstag sollen chinesische Militärflugzeuge japanische Kampfjets mit einem speziellen Radar zur Zielverfolgung ins Visier genommen haben.

Die chinesischen Flugzeuge hätten ihren sogenannten Feuerleitradar am Samstag nahe der südjapanischen Inselgruppe Okinawa in zwei Fällen eingesetzt, teilte Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi bei einer Pressekonferenz mit. Er nannte die Vorfälle »gefährlich und äußerst bedauerlich«. Japan habe scharfen Protest eingelegt und China aufgefordert, sicherzustellen, dass sich so etwas nicht wiederhole.

Ein Sprecher der chinesischen Marine sagte hingegen, dass ein Flugzeug der japanischen Selbstverteidigungskräfte wiederholt die chinesische Marine während einer Übung angeflogen und gestört habe und dass die Behauptungen Japans nicht den Tatsachen entsprächen.

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Nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo hatte Chinas Marine am Samstag Ausbildungsflüge im Pazifik durchgeführt. Sie seien von einem Flugzeugträger gestartet, nachdem das Schiff die Gewässer vor Okinawa passiert habe. Dies habe Japans Militär veranlasst, Kampfjets aufsteigen zu lassen. Basierend auf der Distanz zwischen den japanischen und chinesischen Flugzeugen, sagte ein Beamter des Verteidigungsministeriums in Tokio laut Kyodo, habe Japan nichts getan, was als Provokation gewertet werden könne.

China setzt Japan unter Druck

Die Vorfälle ereigneten sich vor dem Hintergrund eines Streits zwischen den beiden Nachbarstaaten um Aussagen der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi  zu Taiwan.

Takaichi hatte Anfang November im Parlament gesagt, dass ein chinesischer Angriff auf das demokratische Taiwan für Japan eine »existenzbedrohende Situation« darstellen würde, was dazu führen könne, dass Japan sein Recht auf Selbstverteidigung ausübe.

Peking fordert, dass Takaichi ihre Aussagen zurücknimmt, und erhöht den Druck unter anderem mit Reisewarnungen, gestrichenen Flugverbindungen und einem Importverbot für japanische Meeresfrüchte. Auch Japans Plan, Raketen auf der nur knapp 110 Kilometer von Taiwan entfernten Insel Yonaguni zu stationieren, stieß bei der chinesischen Regierung auf deutliche Kritik. Chinas Außenamt erklärte, Japan erzeuge damit bewusst Spannungen in der Region.

czl/dpa/Reuters