SpOn 25.11.2025
21:13 Uhr

Japan: Regierung will effizienter werden und nimmt sich Elon Musk zum Vorbild


Japans neue Premierministerin hält wenig von Work-Life-Balance, setzt Meetings auch nachts um drei Uhr an. Nun zieht ihre Finanzministerin Satsuki Katayama nach.

Japan: Regierung will effizienter werden und nimmt sich Elon Musk zum Vorbild

Die japanische Regierung will Bedenken wegen ihres milliardenschweren Konjunkturpakets zerstreuen. Das Kabinett von Premierministerin Sanae Takaichi hat deshalb in die USA geschaut. Die Folge: Bald wird es auch in Japan eine Effizienzabteilung nach Vorbild des Doge-Programms geben.

»Angesichts der Zeiten, in denen wir leben, ist die finanzielle Nachhaltigkeit von größter Bedeutung«, sagte Finanzministerin Satsuki Katayama am Dienstag bei der Vorstellung der Initiative vor Journalisten. Es sei »wichtig, dass die Öffentlichkeit sieht, dass wir konsequent darauf hinarbeiten«.

Japans neue Regierung hatte vergangene Woche ein Konjunkturpaket im Umfang von 21,3 Billionen Yen (117 Milliarden Euro) angekündigt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Die neue Regierungschefin Sanae Takaichi verteidigte das Paket trotz der immensen Verschuldung Japans als »verantwortungsvoll«.

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Namensgeber der Initiative ist die von US-Präsident Donald Trump geschaffene Regierungsabteilung für staatliche Effizienz (Doge), die mit rigiden Kürzungen bei Stellen und Ausgaben in Ministerien und Behörden beauftragt war. Chef der Doge war Tech-Milliardär Elon Musk in seiner damaligen Funktion als Trumps Berater.

Im Mai beendete Musk seine Tätigkeit bei der Doge, um sich wieder mehr um seine Unternehmen kümmern zu können, zu denen der Autobauer Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX gehören. Ein Streit um ein Haushaltsgesetz führte im Juli dann zum kurzzeitigen Zerwürfnis der beiden Männer.

Die japanische Doge-Version ist Teil der Koalitionsvereinbarung zwischen Takaichis regierender Liberaldemokratischer Partei LDP und ihrem Juniorpartner, der rechtsgerichteten JIP. Offiziell heißt die Initiative Amt für die Überprüfung von Sondersteuermaßnahmen und Subventionen.

Finanzministerin Katayama zufolge soll das Spezialamt für den Bürokratieabbau aus 30 aktiven Regierungsmitarbeitern bestehen. Es zielt ihr zufolge nicht darauf ab, Regierungsorganisationen umzugestalten. Vielmehr würden die Mitarbeiter Programme mit geringer politischer Wirkung überprüfen. Die Ergebnisse der japanischen Doge werden sich ihr zufolge in dem im April 2027 beginnenden Haushaltsjahr niederschlagen.

dop/AFP