SpOn 02.01.2026
20:22 Uhr

Japan: Mann entkleidet sich bei Neujahrsansprache des Kaisers in der ersten Reihe


Üblicherweise begegnen die Menschen in Japan ihrem Kaiser mit großer Ehrfurcht. Nicht so ein junger Mann in Tokio: Er zog bei der Neujahrsansprache des Royals blank.

Japan: Mann entkleidet sich bei Neujahrsansprache des Kaisers in der ersten Reihe

Neujahr war auch in Tokio eine eher kühle Angelegenheit: Bei fünf bis sieben Grad Celsius begrüßten zahlreiche Menschen in Japans Hauptstadt 2026 bei der traditionellen Neujahrsansprache von Kaiser Naruhito. Die einstelligen Temperaturen hinderten einen anwesenden Mann allerdings nicht, sich gänzlich zu entkleiden. Der Kälte-Hasardeur legte in Anwesenheit Hunderter Schaulustiger – und der kaiserlichen Familie – sämtliche Klamotten ab.

Wie japanische Medien berichteten, hatte Kaiser Naruhito soeben seine Ansprache beendet, als der Mann, der die Rede im kaiserlichen Garten in erster Reihe stehend verfolgt hatte, mit der Entledigung seiner Kleidung begann.

Die Entkleidung war offenbar geplant

Anschließend kletterte der Nackte über eine Absperrung, wurde aber schnell von Mitgliedern der kaiserlichen Garde und der Polizei aufgehalten, in eine Decke gewickelt und abgeführt. Die kaiserliche Garde wollte sich zu dem Vorfall auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht äußern.

Der Fernsehsender TBS berichtete, der Mann sei in den Zwanzigern. Er habe zuvor in Onlinenetzwerken angekündigt, sich bei der Neujahrsansprache nackt zeigen zu wollen.

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Die kaiserliche Familie hat in Japan keine politische Macht, genießt aber hohe Wertschätzung in der Bevölkerung. Vor allem Kaiser Naruhito und seiner Frau Masako begegnen die Japanerinnen und Japaner mit großer Ehrfurcht.

Naruhito sitzt seit sechs Jahren auf dem Thron. Die Hoffnungen auf den Tenno, den »Erhabenen des Himmels«, wie er in Japan genannt wird, waren anfangs groß; Naruhito wurde so modern erzogen wie keiner seiner Vorgänger. Doch mittlerweile hat sich Enttäuschung breitgemacht, wie unser Reporter aus Tokio berichtet. 

mkh/AFP