Bei Deutschen im Ausland ist das Thema Essen ja oft so eine Sache: Viele Bundesbürger wollen auch unter Palmen oder knapp unterhalb des Gipfelkreuzes nicht auf Haxen, Bratwurst oder lauwarmen Filterkaffee verzichten – und die Tourismusindustrien ganzer Länder haben sich auf diese Bedürfnisse eingestellt. Zurück in Deutschland wird dann natürlich von der exotischen Küche des bereisten Landes geschwärmt.
Der frühere »Tagesschau«-Sprecher Jan Hofer, 75, hat nun mit seiner Ehefrau Phong Lan, 48, ein Interview über das gemeinsame Leben auf Mallorca gegeben – und dabei eingeräumt, dass auch er, bei aller Liebe für die Insel, nicht völlig auf deutsche Traditionen verzichten mag. »Wir sind gerade sehr glücklich«, sagte Hofer der Illustrierten »Gala« laut einer Vorabmeldung, aus welcher die Nachrichtenagentur AFP zitiert. Warum das so ist, erklärt er dann auch gleich: Wenn man »morgens in den strahlend blauen Himmel schaut und entspannte Menschen um sich herum hat – was will man mehr?« Dafür müsse man »nicht reich« sein, sagte Hofer (ohne zu erklären, ob er selbst »nicht reich« ist).
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Allerdings gibt es Dinge, die das Paar auf spanischem Boden vermisst: »Das echte Vollkornbrot«, ist ein Beispiel, das Phong Lan der Illustrierten gibt. Und Hofer selbst ergänzt dann: »Wir sind Deutsche, das kann man nicht verhehlen.« Dazu gehöre dann auch, dass er sich manchmal für heimatliche Gefühle auf der Insel auf den Weg mache. »Ich fahre manchmal in den deutschen Supermarkt nach Can Pastilla und kaufe Zwiebelmett satt.«
Und warum auch nicht? Wer auf spanischem Boden noch nie Lust auf Mett gehabt hat, werfe bitte den ersten Stein.
