SpOn 18.11.2025
18:56 Uhr

Jamal Khashoggi: Bin Salman besucht Trump – Khashoggi-Witwe kritisiert Treffen


Erstmals seit rund sieben Jahren ist Mohammed bin Salman zu Besuch in Washington. Donald Trump empfängt ihn mit militärischen Ehren und irritiert mit Aussagen zum Fall des brutal ermordeten Publizisten Khashoggi.

Jamal Khashoggi: Bin Salman besucht Trump – Khashoggi-Witwe kritisiert Treffen

US-Präsident Donald Trump hat den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MbS) mit außergewöhnlichen militärischen Ehren empfangen. Bei der Vorfahrt des Thronfolgers spielte am Dienstag eine Militärkapelle auf, Kanonenfeuer ertönte und Soldaten paradierten auf Pferden, während Kampfjets das Weiße Haus überflogen. Es ist der erste Besuch bin Salmans in Washington seit rund sieben Jahren.

Trump setzt auf gute Beziehungen zu Saudi-Arabien und hatte das Königreich im Mai besucht. Trotz israelischer Bedenken stellte der US-Präsident Saudi-Arabien kurz vor bin Salmans Ankunft den Verkauf von F-35-Kampfjets in Aussicht. Der Golfstaat sei ein »großartiger Verbündeter«, sagte Trump zur Begründung. Israel ist bisher das einzige Land im Nahen Osten, das über hochmoderne F-35-Kampfflugzeuge aus US-Produktion verfügt.

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Der saudische Thronfolger steht seit der Ermordung des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 international in der Kritik. Ein US-Geheimdienstbericht kam zu dem Schluss, dass bin Salman die Tötung des Reporters gebilligt hatte, der unter anderem für die »Washington Post« schrieb. Riad weist dies zurück und behauptete, die saudi-arabischen Täter hätten auf eigene Faust gehandelt. Bei einem Prozess in dem Land wurden fünf Saudi-Araber zum Tode verurteilt und drei weitere zu Gefängnisstrafen. Die Todesstrafen wurden später in Haftstrafen umgewandelt.

Eine Reporterin des Senders ABC fragte bei der öffentlichen Presserunde nach Khashoggi. Daraufhin erklärte  Trump, dieser sei eine »extrem umstrittene Person« gewesen. »Ob man ihn mochte oder nicht, Dinge passieren«, fügte er hinzu und sagte, der Kronprinz habe keine Kenntnis von dem Fall gehabt. An die Reporterin gewandt schloss er: »Sie sollten unseren Gast nicht in Verlegenheit bringen«.

Vor dem Treffen hatte sich die Witwe des Journalisten, Hanan Elatr Khashoggi, zu Wort gemeldet. In einem am Montag auf CNN ausgestrahlten Interview sagte sie, der Tod ihres Mannes habe ihr »Leben zerstört«. Sie erwarte, dass Washington die Tat bei den Gesprächen mit bin Salman berücksichtigen werde, fügte die Witwe hinzu: »Ich hoffe, dass neben allen Geschäften und Waffenverkäufen auch die amerikanischen Werte der Menschenrechte« im Blick behalten werden.

Nach eigenen Angaben hatte sie Trump geschrieben und um seine Hilfe bei einer finanziellen Einigung mit Kronprinz bin Salman gebeten. Bislang fehle »echte Gerechtigkeit«.

sol/dop/AFP