In der indonesischen Hauptstadt Jakarta dürfen künftig keine Hunde und Katzen mehr gegessen werden. Jakartas Gouverneur Pramono Anung verkündete am Dienstag ein Verbot des Verkaufs und Verzehrs von Hunde- und Katzenfleisch. Er begründete die Maßnahme in Onlinenetzwerken mit der Bekämpfung der Tollwut, an der jährlich Dutzende Indonesier sterben.
Pramono hatte bereits vor einem Monat angekündigt, den Handel mit Hunde-, Katzen- und Fledermausfleisch untersagen zu wollen. Am Montag hat der Gouverneur nach eigenen Angaben das entsprechende Regelwerk unterzeichnet. Untersagt werden in dem Gesetzestext sämtliche Tätigkeiten, die auf den »Verzehr von Tollwut-Trägertieren« abzielen.
Andere Städte haben bereits Verbote erlassen
Das Verbot umfasst demnach lebende Tiere, deren Fleisch und »andere Erzeugnisse, ob roh oder verarbeitet«. Vorgesehen ist eine sechsmonatige Übergangsfrist, danach kann bei Verstößen die Geschäftslizenz entzogen werden.
Indonesien ist eines der wenigen verbliebenen Länder der Welt, in dem der Verkauf von Hunde- und Katzenfleisch erlaubt ist. In den vergangenen Jahren hatten Tierschützer allerdings zunehmend auf ein Verbot gedrängt. Vor Jakarta hatten bereits mehrere andere Städte des Landes den Handel mit dem Fleisch untersagt, darunter Semarang auf der Insel Java.
Hunde gelten im mehrheitlich muslimischen Indonesien zwar weitgehend als unrein und werden selten als Haustiere gehalten. Allerdings gilt ihr Fleisch in manchen Bevölkerungsgruppen als Delikatesse.
Die Infektionskrankheit Tollwut ist in Indonesien verbreitet. Das Virus wird unter anderem von Hunden und Katzen übertragen und kann tödlich sein. In den meisten Fällen werden die Viren mittels eines Tierbisses an den Menschen weitergegeben. Auch auf der bei Touristen beliebten Insel stieg die Zahl der Infektionen zuletzt. Behörden warnen hier zudem vor Affen, die ebenfalls Überträger des Virus sein können.
