SpOn 17.02.2026
16:06 Uhr

JVA Burg: Ehemann wegen Totschlag in »Liebeszelle« verurteilt


Das Treffen mit ihrem inhaftierten Ehemann in einer Besucherzelle der JVA Burg endete für eine Frau tödlich. Seit Dezember stand der Häftling vor Gericht. Jetzt ist das Urteil gefallen.

JVA Burg: Ehemann wegen Totschlag in »Liebeszelle« verurteilt

Der Angeklagte im »Liebeszellen«-Prozess in Sachsen-Anhalt wurde schuldig gesprochen. Gegen den Häftling, der in der sogenannten Liebeszelle der JVA Burg seine Ehefrau getötet hat, hat das Landgericht Stendal eine langjährige Haftstrafe ausgesprochen. Die Kammer verurteilte den 38-jährigen Mann wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt zehn Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er seine Frau tötete, während diese ihn im Gefängnis besucht hatte.

Die Ehefrau des Angeklagten hatte ihn Anfang April 2025 im Gefängnis in Burg besucht. In einer »Liebeszelle« konnten die beiden unbeobachtet gemeinsame Stunden verbringen – hinter der Tür aber hatte der Mann die 35-Jährige so stark gewürgt, dass sie starb. Seit Anfang Dezember hat das Landgericht Stendal wegen Totschlags gegen den 38-jährigen Deutschen verhandelt. Er selbst äußerte sich zur Tat nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Die Justizvollzugsanstalt Burg gilt als größtes und modernstes Gefängnis in Sachsen-Anhalt. In der Liebeszelle, ausgestattet mit Sofa, Kochnische und Dusche, können Häftlinge für mehrere Stunden unbeaufsichtigt Zeit mit Partnern oder Familienangehörigen verbringen.

Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig.

czl/dpa