SpOn 11.09.2026
07:06 Uhr

JD Vance: US-Vizepräsident erinnert an Charlie Kirk und nennt Demokraten »Partei des Hasses«


Ein Jahr nach dem Mord an Charlie Kirk erinnert der US-Vizepräsident beim Parteitag der Republikaner an den MAGA-Aktivisten. Die Bühne nutzt er auch für einen Angriff gegen die Demokraten – wenige Wochen vor den Midterms.

JD Vance: US-Vizepräsident erinnert an Charlie Kirk und nennt Demokraten »Partei des Hasses«

Auf dem Parteitag der Republikaner hat US-Vizepräsident JD Vance an den erschossenen rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk erinnert, der vor einem Jahr ermordet wurde. »Es wird in die Geschichte eingehen, dass euer Vater ein großartiger Mann war«, sagte Vance in Dallas im Bundesstaat Texas in Bemerkungen, die an die Kinder Kirks adressiert waren. Aus der Menge waren daraufhin »Charlie, Charlie«-Rufe zu hören.

Kirk war am 10. September 2025 erschossen worden, als er auf einem Uni-Campus im Bundesstaat Utah im Freien gesprochen hatte. Kirk, der sich als Verfechter der Meinungsfreiheit darstellte, war hauptsächlich in konservativen und rechten Kreisen bekannt. Mit seiner Organisation Turning Point USA besuchte er Hochschulen und forderte Studierende – vorwiegend solche mit anderer politischer Haltung – zur Debatte heraus. Kritiker warfen ihm rassistische, homophobe, transfeindliche und sexistische Ansichten vor.

Als prominenter Vertreter der Bewegung »Make America Great Again« (MAGA) trug Kirk dazu bei, US-Präsident Donald Trump unter jungen Wählern populärer zu machen. Er galt als enger Vertrauter nicht nur von Vance, sondern auch von Trumps ältestem Sohn, Donald Trump Junior. Der Präsidentensohn würdigte Kirk beim Parteitag der Republikaner als Kämpfer für »Glauben, Familie, Freiheit und Patriotismus«.

Vance nutzt 11.-September-Gedenken für Angriff gegen die Demokraten

Beim Parteitag in Dallas griff Vance zudem die US-Demokraten im Kontext der Erinnerung an die Terroranschläge vom 11. September 2001 an. »Die Demokraten sind die Partei des Hasses«, sagte der US-Vizepräsident. »Sie sind die Partei, die Amerika und die Menschen, die es aufgebaut haben, verachtet. Sie sind die Partei, die Sympathie für die Terroristen aufbringen kann, die den 11. September verübt haben, aber behauptet, Menschen mit Namen wie James Vance seien nicht in der Lage, Menschen mit Namen wie Usha zu lieben – und damit könnten sie falscher nicht liegen«, sagte er mit Blick auf seine Ehefrau, die Tochter indischer Eltern ist.

Einzelne Vertreter des linken politischen Spektrums in den USA äußerten sich zum 11. September auf eine Weise, die Kritiker als verharmlosend kritisierten oder als Versuch werteten, die Anschläge mit der US-Außenpolitik zu erklären. Belege dafür, dass die Demokratische Partei als solche mit den Attentätern sympathisiert, gibt es nicht.

Anfang November finden in den USA Kongress-Zwischenwahlen – den sogenannten Midterms – statt. Laut Umfragen könnten die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren, im Senat droht ihnen demnach ein Patt mit den Demokraten. Hintergrund sind unter anderem die schlechten Beliebtheitswerte von Präsident Trump.

Mit ihrem zweitägigen Parteitag in Dallas wollten die Republikaner Wähler mobilisieren. Neben Trump spielte dabei auch Vance eine prominente Rolle. Der 42-Jährige gilt als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Trump im Weißen Haus.

Trump hatte am Mittwoch mit dem Versprechen für Aufsehen gesorgt, sollten die Republikaner die Kontrolle über beide Kongresskammern behalten, würde jeder erwachsene US-Bürger 5000 Dollar erhalten.

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Es war das erste Mal, dass ein Republikaner-Parteitag vor den Kongresswahlen stattfand. Formale Parteiangelegenheiten standen nicht auf dem Programm. Normalerweise werden Parteitage in den USA vor den Präsidentschaftswahlen abgehalten.

col/AFP/dpa