SpOn 21.02.2026
10:34 Uhr

Italien: Spenderherz falsch gekühlt – Zweijähriger stirbt in Neapel


Am Schicksal des kleinen Domenico nahmen Menschen weit über Italien hinaus Anteil. Dem Zweijährigen wurde ein Spenderherz implantiert, das falsch transportiert wurde. Jetzt ist er gestorben.

Italien: Spenderherz falsch gekühlt – Zweijähriger stirbt in Neapel

Domenico war zwei Jahre alt und litt an einem seltenen Herzfehler. Sein Schicksal hat in den vergangenen Tagen Italien und die Welt bewegt. Ihm war ein Spenderherz implantiert worden, doch dabei wurden Fehler gemacht. Jetzt ist der Junge gestorben.

Wie das Krankenhaus in Neapel mitteilte, starb der Junge »infolge einer plötzlichen und irreversiblen Verschlechterung seines klinischen Zustands« auf der Intensivstation.

Für den Jungen, der mit einem Herzfehler zur Welt kam, war kurz vor Weihnachten nach langem Warten endlich ein Spenderherz gefunden worden. Beim Transport wurde es jedoch falsch gekühlt und dadurch schwer beschädigt. Ein Ärzteteam entschied am Mittwoch, dass eine neue Operation zur möglichen Transplantation eines neuen Herzens zwecklos sei – auch, weil andere Organe wie die Nieren inzwischen nicht mehr richtig funktionierten.

Ärzteteam erklärt nochmalige Operation für sinnlos

In der Mitteilung des Krankenhauses in der süditalienischen Stadt hieß es weiter, das gesamte medizinische Team stehe der Familie »in diesem Moment unermesslichen Schmerzes mit Respekt und aufrichtiger Anteilnahme« bei. Bereits in den frühen Morgenstunden hieß es aus der Klinik, der Zustand des Kleinen habe sich rapide verschlechtert, Kardinal Domenico Battaglia, der Erzbischof von Neapel, spendete ihm vor dem Tod noch die Krankensalbung.

Der Junge lag zuletzt fast zwei Monate im Krankenhaus, die meiste Zeit im Koma. Dort war er an eine sogenannte ECMO-Maschine angeschlossen, eine Art künstliche Lunge und künstliches Herz. Seither hoffte man, baldmöglichst ein weiteres Spenderherz zu finden – was aber nicht gelang. Schließlich kam das Ärzteteam zu der Einschätzung, dass eine nochmalige Operation keinen Sinn mehr habe. Daraufhin wurde sein Name von der Warteliste der Patienten genommen, die auf ein Spenderherz warten.

Minus 80 statt plus 4 Grad Celsius

Domenico litt an einem schweren Herzfehler, weshalb klar war, dass er ein Ersatzorgan benötigt. Im Dezember war in Südtirol ein anderer Junge, vier Jahre alt, gleiche Blutgruppe, ertrunken.

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Das Spenderherz wurde beim Transport aus Bozen nach Neapel jedoch nicht wie üblich in herkömmlichem Eis gekühlt, sondern kam mit deutlich kälterem Trockeneis in Kontakt: etwa 80 Grad minus statt 4 Grad plus. Dadurch sei es »buchstäblich erfroren«, hieß es.

naw/dpa