SpOn 17.02.2026
22:32 Uhr

Italien: 15 Tote bei Fluchtversuch über das Mittelmeer


An den Küsten Italiens sind mehrere Tote entdeckt worden. Vermutlich starben sie auf der Flucht, als ihre Boote in Winterstürme gerieten. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Italien: 15 Tote bei Fluchtversuch über das Mittelmeer

Vor Italiens Küsten sind offenbar mehr als ein Dutzend Menschen ertrunken. An Stränden auf Sizilien sowie in der süditalienischen Region Kalabrien wurden nach Angaben von Behörden in den vergangenen Tagen mindestens 15 Tote gefunden - vermutlich Migranten, die beim Versuch ums Leben kamen, das Mittelmeer zu überqueren. Wahrscheinlich ist, dass die Menschen in den vergangenen Wochen auf hoher See in Winterstürme gerieten und ihre Boote kenterten.

Die Fahrt über das Mittelmeer nach Europa gilt auch bei normalen Wetterbedingungen als gefährlich. Oft werden Migranten von Schleppern aus Ländern wie Libyen und Tunesien in Schiffen auf den Weg geschickt, die kaum seetauglich sind.

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

In der Nähe von Tropea, einem Badeort am Festland, wurde nach Angaben von Dienstag eine Leiche von Schülern entdeckt. Der unbekannte Mann trug eine orangefarbene Rettungsweste. Auch eine Frau wurde tot geborgen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. Auch auf der kleinen italienischen Insel Pantelleria wurden Tote gefunden.

Hunderte Menschen gelten nach dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, als tot oder vermisst. Im Januar seien mehrere Boote bei schwerem Wetter verunglückt, teilte die Uno-Migrationsagentur Internationale Organisation für Migration (IOM) mit. Auslöser der Stürme war demnach der Zyklon »Harry«. »Die endgültige Zahl der Opfer könnte deutlich höher liegen«, heißt es von der IOM  . Das unterstreiche, dass das zentrale Mittelmeer weiterhin der weltweit tödlichste Migrationskorridor sei. Im Jahr 2025 sind nach Angaben der UN-Migrationsagentur mindestens 1340 Migrantinnen und Migranten beim Versuch gestorben, Europa über das zentrale Mittelmeer zu erreichen.

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Jedes Jahr landen Zehntausende mit Booten an Italiens Küsten. Die Rechts-Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte ihren Kurs in der Migrationspolitik in der vergangenen Woche nochmals verschärft. Ein neuer Gesetzentwurf sieht unter anderem Seeblockaden vor, um Boote mit Geflüchteten auf dem Mittelmeer aufzuhalten.

fwu/dpa