Die Istanbuler Polizei habe Informationen erhalten, dass IS-Mitglieder insbesondere Anschläge auf Nicht-Muslime in der Türkei geplant hätten, erklärte die Staatsanwaltschaft auf X. Die Justiz habe daraufhin Haftbefehle gegen 137 Verdächtige ausgestellt. Einige von ihnen seien bereits wegen Terrorismusvorwürfen gesucht worden – auf nationaler und internationaler Ebene, berichtet die türkische Zeitung »Cumhuriyet« .
Noch nicht alle Verdächtigen festgenommen
Die Polizei habe bei Razzien an Dutzenden Orten in Istanbul 115 der 137 gesuchten Verdächtigen festgenommen, hieß es weiter. Dabei seien mehrere Pistolen und Munition beschlagnahmt worden.
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Anschläge gegeben. Im Januar 2024 griffen zwei bewaffnete Männer eine katholische Kirche in Istanbul an – ein Mann wurde dabei während der Sonntagsmesse getötet. Laut Schätzungen sind weniger als ein Prozent der Bevölkerung in der Türkei Christen.
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Im Nachbarland Syrien hatten mutmaßliche IS-Mitglieder Mitte Dezember zudem einen Anschlag auf US-Soldaten und syrische Streitkräfte verübt, bei dem zwei Soldaten und ein Zivilist getötet worden waren. Es war der erste Vorfall dieser Art seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember vergangenen Jahres.
Die Türkei hat ihre geheimdienstlichen Maßnahmen gegen Netzwerke des IS im In- und Ausland intensiviert, berichtet die türkische Tageszeitung »Cumhuriyet«. Erst vor wenigen Tagen hatte der türkische Geheimdienst an der afghanisch-pakistanischen Grenze einen türkischen Staatsbürger festgenommen, dem vorgeworfen wird, IS-Mitglied zu sein. Er soll bei der Planung von Anschlägen auf Zivilisten in der Türkei, Afghanistan, Pakistan und Europa beteiligt gewesen sein.
