Erneut sollen radikale Israelis versucht haben, eine Siedlung in Syrien zu errichten. Israels Armee bestätigte, dass Siedler an zwei Stellen auf den von Israel annektierten Golanhöhen die Grenze übertreten und auf syrisches Staatsgebiet gelangt seien. Sie seien zurück nach Israel gebracht worden.
Das Militär äußerte sich zunächst nicht dazu, ob es sich bei den Betroffenen um Aktivisten einer Siedlergruppe handelte. Die Israelis seien nach ihrer Rückkehr, gegen die sich einige gewehrt hätten, der israelischen Polizei übergeben worden, heißt es vom Militär. Die Armee verurteilte den Vorfall scharf.
Die »Jerusalem Post« meldet, insgesamt seien acht Personen festgenommen worden. Mehrere Medien berichteten, es habe eine Verfolgungsjagd gegeben. Laut der »Times of Israel« waren Mitglieder der Siedlergruppe bereits im August kurzzeitig nach Syrien gedrungen. Die israelische Zeitung »Haaretz« beschreibt die Aktivisten als rechtsextrem.
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Der Außenposten, den die radikalen Israelis im August errichteten und den die israelische Armee rasch räumte, nannte sich »Nave HaBaschan«, auf Deutsch etwa: Baschan-Au. In der Bibel heißt das Gebiet, das heute die Golanhöhen und weite Teile Südsyriens umfasst, Baschan.
Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand, es wurde nie ein Friedensvertrag geschlossen. Die von Israel 1967 besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen sind ein zentraler Streitpunkt. Die Annexion wird international nicht anerkannt.
Nach dem Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad Anfang im Dezember verlegte Israel zusätzliche Truppen in das Gebiet und fliegt weiterhin Luftangriffe. Israel begründet sein Vorgehen damit, die Drusen – eine der betroffenen Minderheiten – zu schützen. Kritiker werfen Israel vor, das Land bewusst destabilisieren zu wollen.
