Der Leichnam der letzten Geisel im Gazastreifen ist nach Angaben der israelischen Armee identifiziert und wird nach Israel gebracht. Die Armee teilte mit, Militärvertreter hätten die Familie von Ran Gvili darüber informiert, dass ihr Angehöriger »formal identifiziert wurde«. Die Leiche werde nun zur Beisetzung zurückgebracht.
The deceased hostage SFC Ran Gvili has been identified and will be returned for burial.
— Israel Defense Forces (@IDF) January 26, 2026
According to the information and intelligence available to us, SFC Ran Gvili, 24, who served in the Israeli Police Special Forces, fell in combat on the morning of Oct. 7, 2023, and his body… https://t.co/K4vFVsF60r pic.twitter.com/TN2CWMpKEM
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Das israelische Militär hatte zuvor auf einem Friedhof im Gazastreifen nach der letzten toten Geisel gesucht. Die Terrororganisation Hamas hatte nach eigenen Angaben den Vermittlern des Gaza-Abkommens alle nötigen Informationen übermittelt, um die Leiche aufzufinden.
Damit ist eine zentrale Bedingung erfüllt, um in die nächste Phase des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans überzugehen. Die US-Regierung hatte diese bereits ausgerufen. Israel beharrte dagegen auf die Rückkehr der toten Geisel.
Erste Phase sah Waffenstillstand vor
In einem ersten Schritt des Plans trat am 10. Oktober 2025 eine Waffenruhe zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas in Kraft. Danach kam es dennoch zu tödlichen Zwischenfällen.
Zudem ließen islamistische Gruppen im Gazastreifen die letzten 20 noch lebenden, aus Israel entführten Geiseln frei – darunter auch Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Im Gegenzug entließ Israel knapp 2000 palästinensische Häftlinge aus Gefängnissen.
Die Hamas übergab zudem die letzten 28 Leichen der Geiseln – allerdings anders als vereinbart nur sehr schleppend. Israel gab im Gegenzug für jede tote israelische Geisel die sterblichen Überreste 15 verstorbener Bewohner Gazas zurück. Die genauen Todesumstände der Palästinenser sind nicht bekannt.
Zweite Phase fordert Hamas-Entwaffnung
Die zweite Phase des Abkommens sieht die Entwaffnung der Hamas vor, was die Terrororganisation bislang ablehnt. Laut Beobachtern ist ein Kompromiss denkbar – die Hamas könnte etwa auf Raketen verzichten.
Zudem sollen Hamas-Mitglieder, die sich zu einer friedlichen Koexistenz mit Israel zur Niederlegung ihrer Waffen verpflichten, laut Plan Amnestie erhalten.
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Vor Kurzem wurden als Teil der zweiten Phase bereits Mitglieder einer palästinensischen Übergangsregierung bekannt gegeben, die den in zwei Kriegsjahren weitgehend zerstörten Gazastreifen verwalten soll. Lesen Sie hier mehr dazu.
