SpOn 06.12.2025
12:21 Uhr

Israel-Gaza-Krieg: Katar spricht von »kritischem Moment« für Waffenstillstand


Seit dem 10. Oktober schweigen im Gazastreifen die Waffen, zumindest weitgehend. Jetzt forcieren die Unterhändler den nächsten Schritt hin zu einem echten Waffenstillstand – ein kompliziertes Unterfangen.

Israel-Gaza-Krieg: Katar spricht von »kritischem Moment« für Waffenstillstand

Die Verhandlungen zur Festigung des Waffenstillstands im Gazastreifen befinden sich nach Angaben des Vermittlers Katar in einem »kritischen Moment«. Man arbeite derzeit daran, die nächste Phase des Waffenstillstands voranzutreiben, sagte der katarische Ministerpräsident, Scheich Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, am Samstag bei einer Podiumsdiskussion in Katar.

Aktuell sei man eher in einer Phase, in der die Gewalt nachgelassen habe. »Wir können dies noch nicht als Waffenstillstand betrachten«, sagte Al Thani. »Ein Waffenstillstand kann erst dann vollendet werden, wenn die israelischen Streitkräfte vollständig abgezogen sind, wenn also im Gazastreifen wieder Stabilität herrscht und die Menschen ein- und ausreisen können, was heute nicht der Fall ist.«

Die Gespräche über die nächsten Schritte des von den USA entworfenen Plans zur Beendigung des Krieges sind noch nicht abgeschlossen. Vorgesehen ist unter anderem eine technokratische palästinensische Übergangsregierung im Gazastreifen, die von einem internationalen »Friedensrat« beaufsichtigt und von einer internationalen Sicherheitstruppe unterstützt werden soll.

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Am Donnerstag hatte eine israelische Delegation in Kairo mit Vermittlern über die sofortige Übergabe der letzten toten Geisel gesprochen, damit wäre ein wichtiger erster Teil des US-Plans erfüllt. Seit Beginn des fragilen Waffenstillstands vor knapp zwei Monaten hat die im Gazastreifen mächtige Hamas alle 20 lebenden Geiseln und 27 Leichen im Austausch gegen rund 2000 palästinensische Gefangene und verurteilte Häftlinge zurückgegeben. Seitdem hat die Gewalt im Gazastreifen nachgelassen. Es gab aber weiterhin Zwischenfälle.

mik/Reuters