SpOn 01.03.2026
12:25 Uhr

Irankrieg und die Drehkreuze Dubai, Doha, Bahrain: So ist der internationale Flugverkehr betroffen


Der Irankrieg sorgt für schwere Verwerfungen im Flugverkehr. Drehkreuze wie Dubai haben den Betrieb eingestellt, Tausende Flüge fallen aus, Passagiere sind gestrandet. Wo Reisende weiter mit Verspätungen und Ausfällen rechnen müssen.

Irankrieg und die Drehkreuze Dubai, Doha, Bahrain: So ist der internationale Flugverkehr betroffen

Iran hat mit seinen Angriffen auch die Flughäfen zahlreicher Luxus-Urlaubsziele auf der Arabischen Halbinsel attackiert, die sonst als vergleichsweise sicher gelten. Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain entstand Sachschaden, auch der Flughafen in Abu Dhabi hat einen Einschlag gemeldet. Bei einem mutmaßlichen Angriff auf den auch bei vielen deutschen Urlaubern beliebten Airport der Metropole Dubai wurden wiederum vier Menschen verletzt.

Überhaupt ist der internationale Flugverkehr im Nahen Osten durch die Militärschläge und den Beginn des Irankriegs verbreitet schwer gestört. Passagiere strandeten und konnten nicht abfliegen. Wichtige Flughäfen, darunter mit Dubai das weltgrößte internationale Drehkreuz, waren zwischenzeitlich komplett dicht . Allein hier werden sonst mehr als 1000 Flüge pro Tag abwickelt.

Insgesamt sind nach Angaben der Flugverfolgungsplattform FlightAware Tausende Abflüge betroffen. Der britische »Guardian « berichtet unter Berufung auf das Luftfahrtanalyseunternehmen Cirium, allein die drei großen Fluggesellschaften Emirates, Qatar Airways und Etihad beförderten normalerweise täglich etwa 90.000 Passagiere. Insgesamt seien an sieben Flughäfen im Nahen Osten bereits mehr als 3400 Flüge gestrichen worden, meldete das Portal Flightradar24, auch für Sonntag ist mit Hunderten weiteren Ausfällen zu rechnen.

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Zu den zahlreichen Passagieren, die gestrandet sind, zählt auch der japanische Skisprungstar Ren Nikaido. Auf Instagram veröffentlichte er in seiner Story ein Bild mit Koffern vom Flughafen in Dubai, an dem er auf dem Weg von Japan nach Europa umsteigen sollte. »Endlich habe ich ein Zimmer«, schrieb der Sportler zu einer zweiten Aufnahme. Einen wichtigen Wettbewerb in Österreich wird er dadurch aber wohl verpassen.

Höhere Ticketpreise befürchtet

Zahlreiche Länder schlossen ihren Luftraum für zivile Maschinen, darunter außer Iran und Israel auch der Irak, Kuwait oder Bahrain. Der iranische Luftraum ist bis mindestens 3. März dicht, wie das Trackingportal Flightradar24 unter Berufung auf eine »Notice to Airmen« berichtet. »Passagiere und Fluggesellschaften können davon ausgehen, dass der Luftraum für eine ganze Weile gesperrt bleiben wird«, sagte Eric Schouten, Leiter der Luftfahrtsicherheitsberatung Dyami. Die Luftfahrtbehörde der Europäischen Union (EASA) empfahl ihren Fluggesellschaften am Samstag, den von der Militäraktion betroffenen Luftraum zu meiden.

Vorfeld am internationalen Flughafen von Dubai: Rauchsäule im Hintergrund

Vorfeld am internationalen Flughafen von Dubai: Rauchsäule im Hintergrund

Foto: Altaf Qadri / AP

Fluggesellschaften in Europa und im Nahen Osten kündigten weitreichende Streichungen an, am Samstag mussten einige Flüge umgeleitet werden oder kehrten zu ihren Startflughäfen zurück. »Die Ausmaße ​dieser Drehkreuze sind heute einfach enorm. Hunderttausende von Menschen werden an den falschen Orten der Welt festsitzen, ohne Gewissheit, wann ⁠sie weiterreisen können«, sagte ⁠der britische Luftfahrtanalyst John Strickland. Er wies zudem darauf hin, dass große Fluggesellschaften vom Golf wie Emirates und Qatar Airways auch zu den größten Frachtfluggesellschaften der Welt gehören. Neben Dubai gilt etwa auch das benachbarte Doha in Katar als wichtiges Drehkreuz für den Flugverkehr zwischen Ost und West.

Der Ausfall dieser wichtigen Flughäfen führt zu Verwerfungen im Flugverkehr weltweit. Maschinen und Crews stecken an Airports fest, »es ist das schiere Volumen an Menschen und die Komplexität«, so Luftfahrtanalyst Strickland. Die Umwege, die die Flugzeuge nehmen müssen, führen laut »Guardian« zudem zu höheren Kosten für die Airlines. Sollte der Konflikt andauern, könnten demnach auch die Ticketpreise steigen.

Am Hamad International Airport in Doha waren am Samstag die Flugsteige fast leer, wie die Nachrichtenagentur unter Berufung auf einen Zeugen berichtete. Die gestrandeten Passagiere standen in Schlangen, ​um Hotelzimmer zu organisieren. Studenten, die von Paris nach ‌Dubai reisen wollten, sagten, ihre Studienreise sei gestrichen worden. »Einige unserer Studenten, die bereits ‌dorthin gereist sind, ​sitzen in Dubai fest, und wir wissen nicht, wann sie zurückkommen können«, sagte Benjamin Gnatek. Am Flughafen Charles de Gaulle in Paris ​sagte der nach Thailand reisende Roman Simon, sein Anschlussflug über ⁠Doha sei gestrichen worden. »Jetzt versuchen wir, eine ​Lösung zu ​finden, um unsere Reise nach Thailand doch noch antreten zu können.«

In der Nähe von Dubai und über Doha waren auch am Sonntag erneut Explosionen zu hören, nachdem Iran als Reaktion auf die Attacken von den USA und Israel Vergeltungsluftangriffe auf benachbarte Golfstaaten gestartet hatte. Das US-Militär ist in vielen dieser Staaten mit festen Stützpunkten präsent.

Sehen Sie hier, wie einzelne Fluggesellschaften reagieren:

AEGEAN AIRLINES

Griechenlands größte Fluggesellschaft hat Flüge von und nach Tel Aviv in Israel, Beirut im Libanon und Erbil im Irak bis zum 2. März ausgesetzt.

AIR ASTANA

Die Gruppe hat alle Flüge in den Nahen Osten bis zum 3. März gestrichen.

AIR CANADA

Die Fluggesellschaft gab bekannt, dass sie Flüge von Kanada nach Israel bis zum 8. März und Flüge nach Dubai bis zum 3. März gestrichen hat.

AIR EUROPA

Die spanische Fluggesellschaft hat ihre Flüge nach Tel Aviv am Sonntag und Montag gestrichen und beobachtet die Lage, um den Flugbetrieb ab Dienstag zu beurteilen.

AIR FRANCE-KLM

Air France hat die Flüge von und nach Tel Aviv in Israel und Beirut im Libanon für Samstag gestrichen. Die niederländische Tochtergesellschaft KLM teilte am späten Samstagabend mit, dass die Flüge von und nach Dubai, Dammam und Riad an diesem Wochenende gestrichen wurden. Die Aussetzung des Flugbetriebs zwischen Amsterdam und Tel Aviv war bereits auf Samstag vorverlegt worden.

AIR INDIA

Die Fluggesellschaft hat die für Sonntag geplanten Flüge von Delhi, Mumbai und Amritsar nach London, New York, Chicago, Toronto, Frankfurt und Paris gestrichen. Außerdem wurden weitere Flüge nach London, Birmingham, Amsterdam, Zürich, Mailand, Wien, Kopenhagen und Frankfurt gestrichen.

AZERBAIJAN AIRLINES

Die Fluggesellschaft hat Flüge von und nach Dubai, Doha, Jeddah und Tel Aviv ausgesetzt.

BRITISH AIRWAYS

British Airways gab bekannt, dass sie Flüge nach Tel Aviv und Bahrain bis zum 3. März sowie ihren Flug nach Amman am Samstag gestrichen hat.

CATHAY PACIFIC

Die Cathay Group aus Hongkong, Muttergesellschaft von Cathay Pacific Airways, hat den Flugbetrieb in der Region eingestellt, was sich auf Passagierflüge von und nach Dubai und Riad sowie auf den Frachtdienst am Flughafen Al Maktoum auswirkt. Dies ist der zweitgrößte Flughafen Dubais nach dem Dubai International Airport, dem wichtigsten Drehkreuz, das den größten Teil des Passagierverkehrs abwickelt.

EMIRATES

Aufgrund mehrerer regionaler Luftraumsperrungen hat Emirates alle Flüge von und nach Dubai bis zum 2. März um 15 Uhr Ortszeit ausgesetzt.

ETIHAD

Die Fluggesellschaft Etihad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gab bekannt, dass alle Flüge, die von Abu Dhabi aus starten sollten, bis Sonntag um 14 Uhr Ortszeit ausgesetzt wurden.

FLYDUBAI

Die Fluggesellschaft gab bekannt, dass sie alle Flüge von und nach Dubai bis Sonntag, 15 Uhr Ortszeit, vorübergehend ausgesetzt habe.

IBERIA EXPRESS

Die spanische Fluggesellschaft der Iberia-Gruppe hat einen für Samstag, 17 Uhr Ortszeit, geplanten Flug nach Tel Aviv gestrichen.

INDIGO

IndiGo, Indiens größte Fluggesellschaft, gab bekannt, dass sie die vorübergehende Aussetzung ausgewählter internationaler Flüge, die den Luftraum des Nahen Ostens nutzen, bis Montag verlängert habe.

ITA AIRWAYS

ITA Airways stellte Flüge von und nach Tel Aviv ein und erklärte, dass sie bis zum 7. März den Luftraum von Israel, Libanon, Jordanien, Irak und Iran nicht nutzen werde. Flüge von und nach Dubai wurden bis zum 1. März ausgesetzt.

JAPAN AIRLINES

Japan Airlines hat laut Nikkei einen Flug am Samstag von Tokio Haneda nach Doha sowie einen Rückflug am 1. März gestrichen.

LOT POLISH AIRLINES

Die Fluggesellschaft hat Flüge nach Tel Aviv bis zum 15. März ausgesetzt und Flüge nach Dubai und Riad bis zum 2. März gestrichen.

LUFTHANSA

Deutschlands größte Fluggesellschaft hat Flüge von und nach Tel Aviv in Israel, Beirut im Libanon und Oman bis zum 7. März sowie Flüge von und nach Dubai am Samstag und Sonntag ausgesetzt. Außerdem erklärte sie, bis zum 7. März nicht durch den israelischen, libanesischen, jordanischen, irakischen und iranischen Luftraum zu fliegen.

NORWEGIAN AIR

Die Fluggesellschaft hat alle Flüge von und nach Dubai bis zum 4. März ausgesetzt, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. Die Fluggesellschaft habe die Flüge nach Tel Aviv in Israel und Beirut im Libanon nicht ausgesetzt, da diese Ziele nur im Sommer angeflogen würden, fügte er hinzu.

PEGASUS AIRLINES

Flüge nach Iran, Irak, Jordanien und in den Libanon bis einschließlich 2. März seien gestrichen worden.

QATAR AIRWAYS

Die Fluggesellschaft teilte mit, dass die Flüge aufgrund der Schließung des Luftraums von Katar vorübergehend ausgesetzt bleiben.

SCANDINAVIAN AIRLINES

Flüge von Kopenhagen nach Tel Aviv am Samstag wurden ausgesetzt.

TURKISH AIRLINES

Die Fluggesellschaft strich am Samstag Flüge nach Katar, Kuwait, Bahrain, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Oman sowie bis zum 2. März Flüge in den Libanon, nach Syrien, Irak, Iran und Jordanien.

VIRGIN ATLANTIC

Virgin Atlantic gab bekannt, dass sie den irakischen Luftraum vorübergehend meiden werde, was zu einigen vorab geplanten Umleitungen von Flügen führe, und hat ihren Flug VS400 von London Heathrow nach Dubai am Samstag gestrichen.

WIZZ AIR

Die ungarische Fluggesellschaft hat Flüge von und nach Israel, Dubai, Abu Dhabi und Amman mit sofortiger Wirkung bis zum 7. März eingestellt. Operative Entscheidungen würden weiterhin überprüft und der Flugplan je nach Entwicklung der Lage angepasst.

apr/Reuters/dpa