SpOn 04.03.2026
11:31 Uhr

Irankrieg: Demokraten kritisieren Trump-Regierung nach Briefing


»Es ist so viel schlimmer, als man gedacht hat«: Die US-Regierung informiert den Kongress über den Krieg gegen Iran, die Reaktionen der Demokraten sind gemischt. Auch aus Trumps eigener Partei kommen Bedenken.

Irankrieg: Demokraten kritisieren Trump-Regierung nach Briefing

Die Spitzen der US-Regierung haben den Kongress am Dienstag über die laufenden Militäroperationen gegen Iran informiert, die Kritik der Abgeordneten wächst. »Kriege ohne klare Ziele bleiben nicht klein. Sie werden größer, blutiger, länger und teurer«, sagte der demokratische Senatsvorsitzende Chuck Schumer.

»Dies ist ein unnötiger Krieg. Es ist ein freiwillig begonnener Krieg.«

In vertraulichen Sitzungen beschrieben Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth, ​CIA-Direktor John Ratcliffe und Generalstabschef Dan Caine den Abgeordneten eine sich schnell entwickelnde gemeinsame Operation mit Israel. Die Möglichkeit eines Einsatzes von US-Bodentruppen ‌schlossen sie dabei nicht aus.

Auch die demokratische Senatorin Elizabeth Warren äußerte sich in einem Video auf Instagram. Es sei »so viel schlimmer, als man gedacht hat«, sagte sie. Und weiter: »Ich war schon vorher besorgt, jetzt bin ich noch besorgter.«

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Die Demokraten kritisierten, Trump starte einen neuen »ewigen Krieg« ähnlich den langwierigen Konflikten im Irak und in ​Afghanistan. Nancy Pelosi, frühere Sprecherin des Repräsentantenhauses, sagte: »Mal sehen, wie lange es dauert.«

Die Opposition kritisierte außerdem das Fehlen eines klaren Plans ⁠für ein ⁠Ende des Krieges. Im Vergleich zu den Kriegen unter George W. Bush, bei denen der Kongress und die Vereinten Nationen um Erlaubnis gefragt wurden, hatte die Trump-Regierung nur wenige Anhörungen abgehalten. Der demokratische Fraktionsführer Hakeem ‌Jeffries forderte, Trump müsse die Zustimmung des Kongresses vor einer weiteren Kriegsausweitung einholen, ​bevor er zusätzliche Mittel ‌beantrage.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom drängte bei einer Lesung darauf, die militärische Unterstützung für Israel zu überdenken. Er sagte, Journalisten wie Thomas Friedman würden »zu Recht« von Israel als »einer Art Apartheidstaat« sprechen.

Unklare Begründungen der Regierung

Rubio hatte am Montag noch behauptet, die USA hätten angegriffen, weil Israel es geplant habe. Am Dienstag korrigierte er das ‌und sagte, der Angriff sei ohnehin notwendig gewesen. ​Der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Steve Scalise, kündigte eine »robuste Debatte« ‌in den kommenden Wochen an. Ob zusätzliche Kriegskosten auf das Budget kommen, ‌ist noch unklar; die ​Demokraten fordern, dass der Kongress vor einer Finanzierungsentscheidung zustimmen müsse.

Einige Republikaner äußerten ebenfalls Bedenken. Warren Davidson aus Ohio schrieb auf X, »America First« müsse eine Ablehnung der Kriegsmaschinerie sein. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, das Land nicht in neue Kriege zu ziehen, doch die aktuellen Entwicklungen werfen Fragen auf. Nancy Mace erklärte, sie hätte Bedenken, sollte ‌der Konflikt länger als wenige Wochen dauern.

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»Die Operation verändert sich fast stündlich, und ihr Umfang ist äußerst breit«, berichtete der republikanische Senator Josh Hawley. Senator Bill Cassidy aus Louisiana äußerte, er glaube nicht, dass Trump Bodentruppen schicken wolle, jedoch ließen die Berater diese Option offen.

Die Abstimmung im Kongress ist am Mittwoch für den Senat und am Donnerstag für das Repräsentantenhaus geplant. Die Erfolgsaussichten für ​eine Blockade der Kriegshandlungen durch Resolutionen, die Trump die ⁠Weiterführung ohne Kongressgenehmigung untersagen, gelten als gering, ​da die ​Republikaner die Mehrheiten besitzen. Für eine Überstimmung eines möglichen Vetos wären Zweidrittelmehrheiten notwendig.

esk/Reuters