Iran versucht nach Darstellung von US-Außenminister Marco Rubio, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Man habe bereits beobachten können, wie Iran die Reichweiten jener Raketen erhöht habe, über die das Land bereits verfüge, sagte Rubio vor Journalisten in Basseterre, der Hauptstadt des Inselstaats St. Kitts und Nevis. Es sei klar, dass sich Iran auf dem Weg dazu befinde, eines Tages Waffen entwickeln zu können, die die USA erreichen könnten.
Schon 2013 hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu vor iranischen Raketen mit großer Reichweite gewarnt. »Iran baut Interkontinentalraketen, die nicht Israel, sondern Europa und die USA treffen sollen«, sagte er damals der »Bild«-Zeitung. Iran wolle diese Raketen nicht mit Sprengstoff füllen, sondern mit Atomsprengköpfen bestücken, so Netanyahu.
Rubio erklärte nun, Iran besitze bereits Waffen, die große Teile Europas bedrohen könnten. Der Außenminister äußerte sich dabei verwundert darüber, dass Teheran trotz Sanktionen und enormer wirtschaftlicher Probleme weiter Geld finde, um in Raketen mit immer größerer Reichweite zu investieren. »Das ist eine untragbare Bedrohung«, betonte Rubio, der auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist.
Kurz vor einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA in Genf gab sich Rubio überzeugt, dass Diplomatie nie vom Tisch sei. Präsident Trump bevorzuge diplomatische Lösungen. Die an diesem Donnerstag anstehende dritte Verhandlungsrunde in diesem Jahr würde er lediglich als »nächste Gelegenheit zum Gespräch« bezeichnen.
Seinen Angaben nach sollen sich die indirekten Gespräche unter Vermittlung des Golfstaats Oman hauptsächlich auf das umstrittene iranische Atomprogramm fokussieren. Die US-Delegation wird vom Sondergesandten Steve Witkoff geleitet. Rubio sagte weiter, man hoffe, dass Fortschritte erzielt werden könnten. Gleichzeitig sei es aber auch wichtig, nicht zu vergessen, dass sich Iran weigere mit den USA über seine ballistischen Raketen zu sprechen. »Das ist ein großes Problem«, sagte Rubio.
