SpOn 15.01.2026
01:51 Uhr

Iran will angeblich vorerst keine Regimegegner erhängen - Abbas Araghchi im Interview bei Fox News


Die Sorge ist groß, dass der in Iran festgenommene Demonstrant Erfan Soltani dieser Tage hingerichtet wird – und weitere Exekutionen folgen könnten. Irans Außenminister weist entsprechende Berichte bei Fox News zurück.

Iran will angeblich vorerst keine Regimegegner erhängen - Abbas Araghchi im Interview bei Fox News

Die Hinrichtung des bei der jüngsten Protestwelle in Iran festgenommenen Demonstranten Erfan Soltani ist nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe ausgesetzt worden. Es bestünden jedoch weiterhin »ernsthafte und anhaltende Bedenken« hinsichtlich des Rechts auf Leben des 26-Jährigen, teilte die in Norwegen ansässige Gruppe Hengaw unter Berufung auf Verwandte Soltanis mit.

Menschenrechtsgruppen und die US-Regierung in Washington hatten gewarnt, Soltanis Hinrichtung sei für Mittwoch angesetzt (mehr Hintergründe zu dem Fall können Sie hier nachlesen ).

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Mittwoch in einem Interview  mit dem US-Sender Fox News, es werde »weder heute noch morgen oder wann auch immer« Hinrichtungen durch Erhängen geben. Vom Fox-News-Moderator gefragt, ob für Freitag Hinrichtungen geplant seien, antwortete Araghchi: »Es gibt überhaupt keinen Plan für Erhängungen.«

Er betonte zudem, Teheran habe »nach drei Tagen von terroristischen Operationen«, die von Israel inszeniert worden seien, inzwischen die »volle Kontrolle« über die Lage in Iran. Tatsächlich steht das Regime vor dem Ende. Wie es so weit kommen konnte, erfahren Sie hier .

DER SPIEGEL

Trump: »Uns wurde gesagt, dass die Tötungen in Iran aufhören«

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mit einer scharfen Reaktion gedroht, falls Teheran wie angekündigt Demonstranten hinrichten lässt (mehr dazu, wie diese Reaktion aussehen könnte, erfahren Sie hier ). Später sagte er bei einer Veranstaltung im Weißen Haus vor Journalistinnen und Journalisten, er habe erfahren, dass »die Tötungen in Iran aufhören«, und fügte an: »Sie hören auf, und es gibt keinen Plan für Hinrichtungen oder eine Hinrichtung.«

Auf Nachfrage führte er aus, dass er die Informationen »von sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite« erhalten habe. Konkreter wurde er dabei nicht. Er hoffe, dass es stimme, betonte Trump.

Mehr zum Thema

Der Sicherheitsapparat Irans reagiert auf die seit Ende Dezember laufenden Proteste mit äußerster Gewalt. Seit Ausbruch der Proteste sind Aktivisten zufolge mindestens 3428 Demonstranten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Zahl der Toten noch deutlich höher liegen könnte.

aar/dpa/AFP