Irans Regierung kämpft mit der anhaltenden Trockenheit in der Islamischen Republik. Und das schon seit Monaten. Präsident Masoud Pezeshkian hat bereits gewarnt, den Sitz der Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran wegen Wassermangels verlegen zu müssen.
Nun hat die Regierung erklärt, dass sie Wasser aus Nachbarländern kaufen wolle.
»Wenn ein Land bereit ist, Wasser zu verkaufen, kaufen wir es«, sagte Energieminister Abbas Aliabadi, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtet.
Iran zählt zu den trockensten Ländern der Welt. In den vergangenen Jahren haben Fachleute einen deutlichen Rückgang der Niederschläge festgestellt, gleichzeitig nehmen Dürreperioden und andere extreme Wetterereignisse zu. Erst vor wenigen Wochen wüteten Brände in den Hyrkanischen Wäldern, einem Unesco-Welterbe.
Die meisten Nachbarländer Irans leiden selbst unter Trockenheit und Wassermangel – darunter der Irak, Afghanistan sowie die pakistanischen Grenzregionen. Armenien im Norden verfügt hingegen über vergleichsweise größere Wasserreserven.
Experten warnen seit Jahren, dass die Landwirtschaft in Iran unter falschen Anreizen leidet:
Statt sich an die wasserarmen Gegebenheiten anzupassen, wurden besonders durstige Anbauprodukte subventioniert.
Traditionelle Anbauweisen wurden verdrängt – mit langfristig fatalen Folgen für Böden und Reserven.
Tausende Familien haben ländliche Regionen verlassen.
Iran erlebt das sechste Jahr in Folge eine Dürre, schreibt der Uno-Experte Kaveh Madani im Wirtschaftsmagazin »Forbes«. Neben dem Klimawandel kritisierte er jedoch auch Jahre der Misswirtschaft. »Was wir heute erleben, ist keine Wasserkrise mehr, sondern eine ›Wasserinsolvenz‹ – ein Versagen des Systems, das über einen längeren Zeitraum mehr Wasser entnommen hat, als die Natur wieder auffüllen konnte.«
Madani forderte ein Umdenken und radikale Einsparungen in der Landwirtschaft, die für gut 90 Prozent des Wasserverbrauchs in Iran verantwortlich ist.
