Ein israelischer F-35-Kampfjet hat am Mittwoch eine bemannte Yak-130 über Irans Hauptstadt Teheran abgeschossen.
Das meldet die israelische Armee; es handelt sich demnach um das weltweit erste Mal, dass einer F-35 ein sogenannter »Air-to-Air-Kill« gelungen ist. Tomer Bar, der Chef der Luftstreitkräfte, sprach in einer anschließend veröffentlichten Audiobotschaft von einem »historischen« Treffer.
Der Kommandeur der Nevatim-Basis in der Negevwüste, wo das F-35-Geschwader steht, erklärte Reportern gegenüber, der relativ junge Pilot habe eigentlich den Auftrag gehabt, ein Ziel des Regimes in Teheran zu treffen. Während des Fluges sei die Yak-130 entdeckt worden und er habe das feindliche Flugzeug abgeschossen.
Das iranische Yak-Flugzeug
Foto: Iranian Army Office / ZUMAPRESS.com / picture allianceIsraelische Medien berichten übereinstimmend, dass zuletzt vor rund 40 Jahren ein israelischer Pilot ein gegnerisches Kampfflugzeug abgeschossen hat – damals waren es zwei MiG-23 der syrischen Armee. Die kämpfte seinerzeit im libanesischen Bürgerkrieg.
Israels Luftstreitkräfte haben nach dem Abschuss der Yak-130 aus russischer Produktion eine wichtigen militärischen Komplex bombardiert. Dort seien die Hauptquartiere aller Sicherheitsorganisationen untergebracht, teilte die israelische Armee mit. Es handelt sich demnach unter anderem um die Hauptquartiere der iranischen Revolutionswächter, des Geheimdienstes sowie der Basidsch-Milizen.
Auch für die innere Sicherheit des Landes zuständige Mitarbeiter seien während des »groß angelegten Angriffs« vor Ort gewesen, hieß es. Die Basidsch-Milizen sind für ihr hartes Vorgehen gegen Proteste im eigenen Land bekannt. Über mögliche Schäden oder Opfer berichteten die iranischen Staatsmedien nicht.
In den ersten beiden Tagen des US-israelischen Kriegs gegen Iran sind nach Uno-Angaben rund 100.000 Menschen aus der Hauptstadt Teheran geflohen. Ähnlich dramatisch ist die Lage im Libanon.
Bei den jüngsten israelischen Angriffen auf Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz sind nach libanesischen Behördenangaben 72 Menschen getötet worden. 437 Menschen seien verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit.
Die Hisbollah hatte in der Nacht zu Montag begonnen, Raketen auf Israel zu schießen. Seitdem greift auch Israels Militär in mehreren Teilen des Landes wieder regelmäßig an.
Seit den jüngsten Angriffen hätten sich bereits mindestens 80.000 Menschen in Notunterkünften im Libanon registriert, sagte der Sprecher von Uno-Generalsekretär António Guterres in New York unter Berufung auf Angaben der Regierung. Man gehe aber davon aus, dass das nur ein Bruchteil der tatsächlich von Kämpfen Vertriebenen sei.
