Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA gehen in eine weitere Runde. Bei den für die kommenden Tage geplanten Atomgesprächen in Genf wird die US-Delegation nach Angaben des Weißen Hauses von den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner angeführt werden. Das bestätigte ein US-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag (Ortszeit). Für Iran wird Außenminister Abbas Araghchi in die Schweiz reisen, wie sein Ministerium mitteilte.
Die Gespräche werden Teheran zufolge »indirekt« geführt, wie bereits bei der vorherigen Runde im Oman. Araghchi wird in Genf zudem seine Kollegen aus der Schweiz und dem Oman sowie den Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde treffen.
Witkoff und Kushner werden nach den Atomgesprächen mit Teheran voraussichtlich in Genf bleiben und an von den USA vermittelten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine teilnehmen.
Zweiter US-Flugzeugträger in Region entsandt
Im Januar hatte Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen lassen. US-Präsident Donald Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit einem militärischen Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger als zusätzliche Drohkulisse in die Region entsandt. Unterdessen steigt die Sorge vor einem Scheitern der Gespräche und einem neuen Krieg.
Washington und Teheran hatten ihre indirekten Verhandlungen am 6. Februar wieder aufgenommen. Die derzeitigen Gespräche sind die ersten seit dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und Iran im Juni vergangenen Jahres. Die USA hatten an der Seite Israels eingegriffen und mehrere Atomanlagen in Iran bombardiert.
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Bei den Gesprächen geht es unter anderem um Irans umstrittenes Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Über andere Themen wie das Raketenprogramm oder die Unterstützung antiisraelischer Gruppen will Teheran nicht verhandeln. Die USA und Israel bestehen jedoch darauf.
Die Schweiz wird von der iranischen Regierung wie auch einigen Golfstaaten als neutraler Vermittler geschätzt. Der Staat vertritt in Iran auch die Interessen der USA, die dort keine diplomatische Vertretung haben.
