Das iranische Regime hat 2025 wohl mindestens 1500 Menschen hingerichtet – es waren seit 35 Jahren noch nie so viele. Das meldet die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR). Der Chef der Menschenrechtsorganisation sprach von einem »beispiellosen« Anstieg und einer »sehr besorgniserregenden« Entwicklung.
»Die iranischen Behörden nutzen die Todesstrafe als ein Instrument, um Angst zu säen«, betonte er. Ziel der Hinrichtungen sei es, neue Proteste zu verhindern. Die Proteste in diesen Tagen würden zeigen, dass das nicht gelungen sei.
Seit ein paar Tagen gibt es in Iran Proteste. Der Grund: die desolate wirtschaftliche Lage im Land. Die spontanen Demonstrationen waren am Sonntag von Teherans größtem Handy-Markt ausgegangen. Zunächst demonstrierten vor allem Händler, danach schlossen sich auch zahlreiche Studenten an mindestens zehn Universitäten des Landes sowie Menschen in zahlreichen anderen Städten der Protestbewegung an.
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Auch in Saudi-Arabien erreichte die Zahl der Hinrichtungen 2025 einen neuen Höchststand. Im vergangenen Jahr wurden dort 356 Menschen hingerichtet, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf Basis von Zahlen der saudi-arabischen Behörden ergab. Allein im Zusammenhang mit Drogendelikten wurde die Todesstrafe demnach bei 243 Menschen ausgeführt.
Die Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien erreicht damit das zweite Jahr in Folge einen neuen Höchststand. 2024 waren 338 Menschen hingerichtet worden, 2023 waren es 170 Menschen gewesen.
Beobachter erklären den starken Anstieg bei der Zahl der Hinrichtungen mit dem vor ein paar Jahren begonnenen »Krieg gegen Drogen« in dem Königreich. Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Märkte für die Aufputschdroge Captagon. Unter dem inzwischen gestürzten syrischen Machthaber Baschar al-Assad hatte Syrien sich der Uno zufolge zum Hauptproduzenten von Captagon im Nahen Osten entwickelt.
