SpOn 05.02.2026
20:35 Uhr

Iran eröffnet unterirdische »Raketenstadt«, in Israel tagt das Sicherheitskabinett


Am Freitag sollen die USA und Iran indirekt miteinander verhandeln – im Sultanat Oman. Vor dem Treffen meldet die Islamische Republik eine neue Offensivdoktrin. Israels Premier Netanyahu ist alarmiert.

Iran eröffnet unterirdische »Raketenstadt«, in Israel tagt das Sicherheitskabinett

Iran hat erstmals die neue ballistische Rakete »Chorramschahr‑4« in einer unterirdischen Anlage der Revolutionswächter stationiert. Das berichtete die der Eliteeinheit nahestehende Nachrichtenagentur Fars.

Demnach sind die neuen und leistungsstarken Raketen ein wirksamer Bestandteil der Offensivdoktrin des Landes. Ihre Reichweite soll rund 2000 Kilometer betragen, die Nutzlast mehr als eine Tonne Sprengstoff. Die Rakete könnte unter anderem Israel sowie US-Militärstützpunkte in der Region angreifen. Fars meldete zudem die Einweihung einer neuen unterirdischen »Raketenstadt« in der Raumfahrtzentrale der Revolutionswächter.

Besonders bedeutsam ist ein gemeldeter Wandel in der Militärdoktrin Irans. Demnach hat Teheran nach dem sogenannten Zwölftagekrieg mit Israel im Juni 2025 seine bislang defensive Ausrichtung aufgegeben und verfolgt nun eine offensive Strategie. Die Stationierung der neuen Raketen soll die Fähigkeit zu massiven Erst- oder Vergeltungsschlägen demonstrieren.

Mehr zum Thema

Die USA fordern von der iranischen Regierung seit Langem eine Änderung ihres Raketenprogramms. So soll unter anderem die Reichweite ballistischer Raketen begrenzt werden.

Iran berichtet regelmäßig über neue Rüstungsgüter und erfolgreiche Tests. Die Angaben lassen sich jedoch nicht unabhängig überprüfen. Nach offiziellen Angaben verfügt das Land über mehrere Raketentypen mit Reichweiten von bis zu 2000 Kilometern.

Mehr zum Thema

Vor den erwarteten Gesprächen zwischen den USA und Iran im Sultanat Oman hat sich derweil das israelische Sicherheitskabinett zu dringenden Beratungen versammelt. Das Thema Iran stehe dabei im Fokus, bestätigte ein israelischer Repräsentant. Das israelische Nachrichtenportal »ynet« berichtete, die ursprünglich für Sonntag geplante Sitzung sei wegen der anstehenden Gespräche vorverlegt worden.

Teheran will nach eigenen Aussagen ausschließlich über sein Atomprogramm verhandeln. Die USA möchten dagegen auch das Raketenprogramm, Menschenrechtsverletzungen und die Unterstützung bewaffneter Gruppen wie etwa der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah thematisieren.

Angesichts der tiefen Differenzen zwischen den Beteiligten stellt Israel sich nach verschiedenen Medienberichten auf ein mögliches Scheitern der Verhandlungen ein. Nach Angaben von »ynet« findet die Sitzung des Sicherheitskabinetts aber auch vor dem Hintergrund von Sorgen in Israel statt, US-Präsident Donald Trump könnte bei den Gesprächen doch Zugeständnisse machen und eine begrenzte Vereinbarung treffen, die sich nur auf Beschränkungen des iranischen Atomprogramms konzentriert.

dop/dpa