SpOn 18.02.2026
09:33 Uhr

Iran bestellte deutschen Botschafter ein


Das Regime in Teheran sieht »antiiranische Aktivitäten« in Deutschland und bestellt den designierten deutschen Botschafter ein. Dahinter steckt wohl eine Großdemo am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz.

Iran bestellte deutschen Botschafter ein

Iran hat den designierten deutschen Botschafter aus Protest einbestellt. Grund dafür seien »antiiranische Aktivitäten« in Deutschland und »destruktive« Positionen deutscher Politiker, berichtete der iranische staatliche Rundfunk. Bei einem Gespräch im Außenministerium in Teheran wurde Axel Dittmann demnach der Protest der iranischen Regierung übermittelt. Wann das Treffen stattfand, war zunächst unklar. Dem SPIEGEL bestätigte das Auswärtige Amt die Einbestellung.

Hintergrund dürfte primär die Großdemonstration gegen Irans Führung sein, an der am Samstag in München nach polizeilichen Angaben 250.000 Menschen teilgenommen hatten, wobei eine Recherche der »Süddeutschen Zeitung«  von einer deutlich niedrigeren Zahl ausgeht. Mehrere deutsche Politiker zeigten sich solidarisch mit der Protestbewegung, darunter Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet.

Zu dem Aktionstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Reza Pahlavi aufgerufen, der seit Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Er gilt inzwischen als eine der zentralen Oppositionsfiguren im Ausland.

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Anfang Januar hatte Irans Sicherheitsapparat Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7000 Menschen ums Leben. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisierte die iranische Führung scharf.

col/pkr/dpa