SpOn 01.03.2026
21:26 Uhr

Iran-Krieg und die Airports Dubai, Doha, Bahrain: Tausende Deutsche sitzen in Nahost fest


Der Luftraum über Nahost ist gesperrt, betroffen sind auch viele Deutsche. Außenminister Wadephul hat klargestellt, dass sie nicht ausgeflogen werden können. Die Lufthansa Group beginnt offenbar »interne Evakuierungen«.

Iran-Krieg und die Airports Dubai, Doha, Bahrain: Tausende Deutsche sitzen in Nahost fest

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind aktuell rund 30.000 Deutsche von den Luftraumsperrungen im Nahen Osten betroffen. Sie halten sich demnach entweder in der Region auf oder haben Flüge über dortige Drehkreuze gebucht.

Die Sicherheitslage sei »äußerst volatil«. Wie lange die Einschränkungen andauern, sei unklar. Gäste, die nicht wie geplant abreisen können oder auf Weiterflüge warten, würden von ihren Veranstaltern betreut und bei Bedarf »sicher untergebracht«. Kundinnen und Kunden, die ihre Reise noch nicht angetreten haben, können kostenfrei umbuchen oder stornieren.

Außenminister Wadephul: »Das werden wir nicht machen können«

Außenminister Wadephul: »Das werden wir nicht machen können«

Foto: Clemens Bilan / EPA

Außenminister Johann Wadephul (CDU) sieht keine Möglichkeit, im Nahen Osten gestrandete Deutsche ausfliegen zu lassen. »Das werden wir nicht machen können, denn die Lufträume sind insgesamt geschlossen«, sagte Wadephul der »Bild«-Zeitung .

Stattdessen versuche das Auswärtige Amt, die Betroffenen mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Es sei nicht absehbar, wann und wie die Menschen die Region verlassen könnten. Alle deutschen Auslandsvertretungen seien geöffnet. »Wir arbeiten intensiv daran, mit Informationen da zu sein.«

Das Auswärtige Amt hatte am 28. Februar eine Reisewarnung unter anderem für Israel und die Palästinensischen Gebiete, Libanon, Jordanien, Syrien, den Irak, Iran sowie mehrere Golfstaaten ausgesprochen.

»Das heißt, diejenigen, die dort hingereist sind, wussten auch schon ein bisschen, dass es ein Risiko gibt.«

Außenminister Johann Wadephul (CDU)

Man habe, sagte Wadephul, seit vielen Wochen davor gewarnt, in die Region zu reisen. »Das heißt, diejenigen, die dort hingereist sind, wussten auch schon ein bisschen, dass es ein Risiko gibt.«

Nach Angaben des Auswärtigen Amts befinden sich mindestens 10.000 Menschen aus Deutschland noch allein in der Golfregion.

Für Urlauber und andere Menschen aus Deutschland in der Golfregion ist es schwierig geworden, wieder nach Hause zu kommen. Lufträume sind gesperrt, Tausende Flüge bereits ausgefallen.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, in die entsprechende Krisenvorsorgeliste habe sich bislang eine niedrige fünfstellige Zahl Betroffener aufnehmen lassen – also mehr als 10.000 Menschen. Das können Urlauber sein, aber auch im Ausland lebende Deutsche.

»Interne Evakuierungen« beginnen

Die Lufthansa Group beginnt derweil »interne Evakuierungen«. Wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA), die zur Lufthansa Group gehört, der österreichischen Zeitung »Kurier« bestätigte, sei eine AUA-Maschine am Vormittag von Wien aus nach Maskat in den Oman gestartet – ohne Passagiere. »Wir fliegen dort stationierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus«, sagte sie dem Blatt.

Der Flughafen Maskat sei derzeit nicht gesperrt, eine Rückkehr des Fliegers nach Wien wurde für die Nachtstunden erwartet, so die Sprecherin weiter. Ziele in Oman werden aktuell noch regulär von den meisten Fluggesellschaften angeflogen. Anders die Lage etwa in Dubai und Abu Dhabi: Hier wurden alle Flüge vorübergehend ausgesetzt.

Mehr zum Thema

Wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Tourist strandet, soll nicht auf seinen Hotelkosten sitzen bleiben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur WAM teilte die Generalbehörde für Zivilluftfahrt mit, dass dies »alle Unterbringungs- und Verpflegungskosten für betroffene und gestrandete Passagiere« betreffe.

Flughäfen und nationale Fluggesellschaften haben den Angaben zufolge bereits rund 20.200 Passagiere betreut, deren Flüge verschoben werden mussten. Es wurden vorübergehende Unterkünfte, Mahlzeiten und Erfrischungen bereitgestellt, zudem die Umbuchung der Flüge erleichtert. Zu den Maßnahmen gehöre auch die Umleitung einiger Flüge zwischen den Flughäfen des Landes.

In Saudi-Arabien teilte das Außenministerium mit, dass König Salman auf Vorschlag von Kronprinz Mohammed bin Salman die Unterbringung aller im Land gestrandeten Golfstaaten-Bürger an Flughäfen genehmigt habe, bis deren sichere Rückkehr in ihre Heimat möglich sei.

Wie der Irankrieg Flugreisende weltweit trifft, lesen Sie hier

jpz/dpa/AFP/Reuters/AP