Das Leben in Dubai galt bis vor wenigen Tagen als unbeschwert und sicher – jedenfalls für diejenigen, die nicht körperlich arbeiten müssen. Seit Beginn des Irankriegs ist von der steuer- und sorgenfreien Idylle wenig übrig. Systematisch überzieht das Regime in Teheran die Region mit Angriffen, selbst Wahrzeichen wie das Luxushotel Burj Al Arab sind nicht mehr sicher.
Die Krise führt nun offenbar zu einer Fluchtbewegung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Weil viele Flughäfen der Region geschlossen sind, notfalls offenbar auch auf dem Landweg. Vor allem Riad, die Hauptstadt Saudi-Arabiens, gelte nun als Zufluchtsort, berichtet das Portal »Semafor«. Der dortige Flughafen ist immer noch in Betrieb.
Laut Insidern buchen private Sicherheitsfirmen ganze »Flotten von Geländewagen«, um Interessierten die zehnstündige Fahrt von Dubai nach Riad zu ermöglichen und sie anschließend mit gecharterten Privatflugzeugen aus der Region zu bringen.
Sie evakuieren demnach eine bunte Mischung an Gestrandeten, darunter Führungskräfte globaler Finanzkonzerne und vermögende Privatpersonen, die sich geschäftlich oder privat in der Region aufhalten. Die stark gestiegene Nachfrage treibe die Preise für Privatjets und Geländewagen in die Höhe, heißt es.
»Bloomberg« hatte zuvor bereits davon berichtet , dass der Krieg in der Region viele Hedgefonds dazu zwinge, kurzfristig Krisenpläne für die einst sicheren Emirate zu entwerfen.
»Saudi-Arabien ist derzeit die einzige wirkliche Option für Menschen, die die Region verlassen wollen«, zitiert der »Semafor«-Bericht Ameerh Naran, Geschäftsführer des Privatjet-Vermittlungsunternehmens Vimana Private. Privatjets von Riad nach Europa kosteten jetzt bis zu 350.000 Dollar, sagte er.
Andere Fluchtrouten, etwa über Oman, seien durch die Angriffe nicht mehr sicher. Erleichtert werde der Transit über Riad auch durch zuletzt gelockerte Visabestimmungen.
Der Vertreter einer britischen Sicherheitsfirma spricht von einer »Vielzahl« von Kunden, die sich zuletzt an ihn gewandt hätten, »entweder weil sie um ihre Sicherheit fürchten oder weil sie aus geschäftlichen Gründen einfach reisen müssen«.
