SpOn 21.09.2026
02:53 Uhr

Iran-Krieg: Iranische Wirtschaft schrumpft drastisch und der Ölpreis steigt


Sieben Monate Krieg haben die wirtschaftliche Lage in Iran noch einmal dramatisch verschärft. Ein Entgegenkommen der USA ist jedoch nicht in Sicht – im Gegenteil. Und: Die Huthi-Attacken auf Riad treiben den Ölpreis nach oben.

Iran-Krieg: Iranische Wirtschaft schrumpft drastisch und der Ölpreis steigt

Iran leidet seit Jahren unter einer Hyperinflation und einer starken Abwertung des Rial, was insbesondere auf die gegen Teheran verhängten Sanktionen zurückzuführen ist. Der Krieg hat diese Entwicklung noch verschärft, wodurch die Kaufkraft der Iraner rapide schwindet.

So ist die iranische Wirtschaft nach offiziellen Angaben seit Kriegsbeginn stark geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes ging von Ende März bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,1 Prozent zurück, wie das iranische Statistikamt am Sonntag mitteilte.

Iran ist angewiesen auf die Einnahmen aus seinen Ölexporten. Seit dem Beginn des von den USA und Israel Ende Februar angezettelten Krieges hält Teheran die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus weitgehend geschlossen. Im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen, was die ohnehin von Sanktionen belegten Ölexporte Irans weiter beeinträchtigte.

Zuletzt war die Sorge vor einem Wiederaufflammen der Kämpfe gewachsen. Der Chef des iranischen nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resaei, warnte, bei einer Fortsetzung des seit fast sieben Monaten andauernden Krieges würden sich die USA einem besser vorbereiteten Iran gegenübersehen als zu Kriegsbeginn. »Wir werden Amerika mit größerer Kraft konfrontieren, und mit zahlreicheren und schmerzhafteren Angriffen«, sagte er: »Wir sind auf einen entscheidenden Krieg vorbereitet«.

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Zugleich hat Iran hat der US-Regierung nach Angaben seines Verhandlungsführers seine Bedingungen für die Wiederöffnung der Straße von Hormus übermittelt. »Unsere Botschaften und die Erklärung unserer Bedingungen wurden der anderen Seite über Vermittler klar überbracht«, erklärte der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf am Sonntag.

Solange diese Bedingungen nicht erfüllt seien und die US-Regierung ihre Zusagen nicht einhalte, sei es »unmöglich, zu der Situation vor Beginn der Verhandlungen und zu einer offenen Straße« von Hormus zurückzukehren, betonte er nach Angaben des Staatsfernsehens.

Iran hält die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus seit Kriegsbeginn vor fast sieben Monaten weitgehend geschlossen. Im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen.

Sorge um Handelsroute am Roten Meer

Die Auswirkungen des Konfliktes auf die Energiepreise bleiben erheblich. So haben Angriffe der von Iran unterstützten ​Huthi-Milizen aus dem Jemen auf ‌die saudische Hauptstadt Riad (mehr hier) den Ölpreis steigen lassen. Die Sorge wächst, dass neben der Straße von Hormus auch der Öltransport durch das Rote Meer erschwert oder gar gestoppt werden könnte. Zuletzt hatten die Huthi wichtige Gebiete an Jemens Küste am Roten Meer erobert. Auch dort gibt es eine Meerenge, die abriegelbar wäre (mehr dazu hier ).

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Der Preis für ein Fass (159 Liter) ​der Nordseesorte Brent LCOc1 stieg ⁠zuletzt um ⁠81 Cent oder 0,78 Prozent auf 104,68 Dollar, der für ein ‌Fass der US-Sorte ​WTI ‌CLc1 um 76 Cent oder 0,76 Prozent auf 101,06 Dollar. Die Attacken vom ‌Samstag verschärfen die Spannungen im Nahen Osten, während die ‌USA ​und Iran in ihrer Pattsituation verharren.

Zugleich verschärft sich auch das diplomatische Zerwürfnis zwischen Iran und Frankreich. Wegen des Vorwurfs »illegaler Aktivitäten« haben die iranischen Behörden die Schließung eines an die französische Botschaft angegliederten Sprachinstituts angeordnet. Das Centre de langue française (CLF) sei »illegal« und habe »seit Jahren unter dem Deckmantel der Fremdsprachenvermittlung operiert«, hieß es in einer am Sonntag von der Justiz-Nachrichtenagentur Misan verbreiteten Erklärung. Die Teheraner Staatsanwaltschaft habe daher dessen Schließung verfügt.

Frankreich verurteilte den Schritt. »Dieser neuerliche Angriff auf die französische Kulturpräsenz in Iran ist nicht zu rechtfertigen und inakzeptabel«, erklärte das Außenministerium in Paris. Frankreich werde »geeignete Maßnahmen ergreifen, um darauf zu reagieren«. Außenministers Jean-Noël Barrot habe zudem die Einbestellung des iranischen Botschafters veranlasst.

Der Krieg zwischen den USA und Iran könnte weit ins kommende Jahr andauern, sagt die Nahostexpertin Sanam Vakil. Sie warnt vor heftigen Kämpfen rund um die US-Zwischenwahlen. Mehr dazu hier im Interview .

jok/AFP