SpOn 04.03.2026
04:09 Uhr

Iran-Krieg: Donald Trump stellt Öltankern in Straße von Hormus Geleitschutz in Aussicht


Iran droht Schiffen in der Straße von Hormus mit Beschuss, die wichtige Route für den Öltransport ist praktisch dicht. Jetzt will Donald Trump mit US-Kriegsschiffen für sichere Passage sorgen. Kann das die Märkte beruhigen?

Iran-Krieg: Donald Trump stellt Öltankern in Straße von Hormus Geleitschutz in Aussicht

Die Operation »Epic Fury« geht mit nahezu unverminderter Härte weiter. Das US-Militär will seit Kriegsbeginn fast 2000 Ziele in Iran attackiert und 17 iranische Schiffe zerstört haben. Teheran antwortet mit Gegenschlägen.

Zugleich erhöht Iran aber auch den wirtschaftlichen Druck, indem es die Straße von Hormus praktisch gesperrt hat. Das Land droht Schiffen, die die Meerenge passieren, mit Beschuss. Dieses Risiko gehen die wenigsten Reeder ein, so dass sich die Tanker in der Region stauen.

Jetzt hat US-Präsident Donald Trump erklärt, dass sein Land festsitzenden Öltankern notfalls Geleitschutz geben wird. »Falls nötig, wird die US-Marine so schnell wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren«, schrieb Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Meerenge von Hormus: Nur wenige Kilometer breit – aber für den Handel extrem wichtig

Meerenge von Hormus: Nur wenige Kilometer breit – aber für den Handel extrem wichtig

Foto: The Visible Earth / NASA / dpa

Die Meerenge zwischen Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Die Straße von Hormus ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, neben Iran auch Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die iranischen Revolutionswächter hatten am Samstag nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran die Sperrung der Straße von Hormus verkündet. Am Montag drohte ein General der Revolutionswächter mit Angriffen auf Schiffe, die die Meerenge passieren wollten. Dort waren bereits mehrere Schiffe von Geschossen getroffen worden.

USA wollen Garantien aussprechen

Im Jahr 2024 passierten im Schnitt täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus – fast 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Auch etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) verläuft durch die Meerenge. Wegen der Verknappung hatten sich die Öl- und Gaspreise erhöht.

Außerdem weist Trump die staatliche Entwicklungsbank DFC an, Versicherungsschutz und Garantien für den gesamten Schiffsverkehr in der Golfregion bereitzustellen. Dies diene der Absicherung des Seehandels einschließlich der Öltanker, teilt Trump auf der Plattform Truth Social mit.

Der Krieg sowie Drohungen aus Iran, passierende Schiffe in Brand zu setzen, hatten zuvor für Unruhe an den Energiemärkten gesorgt. Die Preise für Öl und Gas legten deutlich zu (mehr zu den Risiken hier ).

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent hatte am Dienstag kurzzeitig mit 85,54 US-Dollar den höchsten Stand seit Juli 2024 erreicht. Zuletzt lag der Preis für diese Sorte bei 80,26 Dollar. Das sind noch 2,52 Dollar mehr als am Vortag und gut 7 Dollar mehr als zu Beginn des Irankriegs. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg zuletzt noch um mehr als drei Prozent auf 73,45 Dollar.

Die Märkte sind extrem nervös

Insgesamt bleibt die Lage am Ölmarkt angespannt. So muss auch der Irak Insidern zufolge seine Ölproduktion in wenigen Tagen um mehr als drei Millionen Barrel pro Tag (bpd) kürzen, falls Öltanker die Straße von Hormus nicht frei passieren können. Das sagen zwei irakische Vertreter der Ölindustrie der Nachrichtenagentur Reuters. Die Produktion im Rumaila-Feld sei bereits um 700.000 Barrel pro Tag gesenkt worden, im Feld West Qurna 2 um 460.000 Barrel. Infolge der Verzögerungen bei der Passage der Straße von Hormus seien die Lagerbestände in den südlichen Häfen des Landes auf ein kritisches Niveau gestiegen.

Auch bei den Gaspreisen ist die Entwicklung rasant. Am Dienstag war der Preis für eine Megawattstunde Erdgas, das im April geliefert werden soll, zeitweise auf fast 66 Euro geklettert, den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Am Freitag – vor Ausbruch des Krieges – war er noch mit knapp 32 Euro ins Wochenende gegangen.

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Durch die Straße von Hormus werden neben Öllieferungen auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases transportiert. Es stammt primär aus Katar. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern suchen Kunden aus Asien jetzt nach Alternativen für ausfallende Gaslieferungen, was auch die Preise auf dem europäischen Markt nach oben treibt.

Die Folgen des Krieges im Nahen Osten für die Weltwirtschaft hängen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) maßgeblich von der Dauer des Konflikts ab. Der Konflikt könne Inflation und Wachstum massiv beeinflussen, sagte der stellvertretende IWF-Direktor Dan Katz am Dienstag auf einer Konferenz in Washington. Für eine genaue Prognose sei es derzeit jedoch noch zu früh. Es komme auch darauf an, ob der Anstieg der Energiepreise von Dauer sei.

Nach dem Angriff auf Iran hat sich der Gaspreis im Großhandel fast verdoppelt. Wirtschaftsministerin Reiche reaktiviert nun einen Krisenstab aus dem Jahr 2022. Für Deutschland kommt der Schock besonders ungünstig. Mehr dazu lesen Sie hier .

jok/AFP