Weiße Flecken am Himmel über der Ferienunterkunft: Die iranischen Raketen, die über Dubai abgefangen wurden, sind auch über den Touristenhotels zu sehen – und zu hören.
Richard Grüttmöller, Tourist: »Samstag auf Sonntag da wurde es hektisch. Da haben wir gegen null Uhr 30 Sirenen gehört und auch eine Alarmmeldung aufs Handy bekommen. Also diese typischen Notfallalarme, die sehr laut sind. Mit der Info, dass wir uns in den Räumen aufhalten sollen und es zum Raketenangriff kommt in Dubai. Und dann haben wir unsere Sachen zusammengepackt, waren angespannt. Den Kindern haben wir erzählt, es gewittert nur draußen. Und haben dann im Zimmer weg vom Fenster – das war auch eine Ansage, weg vom Fenster zu bleiben – in der Nacht auf gepackten Rucksäcken gesessen, uns angezogen und gewartet. Und draußen gab es diese Explosionen.«
Auch am nächsten Morgen auf dem Weg zum Frühstück knallte es über ihren Köpfen, die Security bat die Gäste, den Pool zu verlassen. Richard Grüttmöller ist mit seiner Familie in den Urlaub nach Dubai geflogen und sitzt nun hier fest, wie sehr viele Touristen.
Nach den massiven Angriffen der USA und Israels auf Iran, hat das iranische Regime zahlreiche Ziele im Nahen Osten bombardiert. Wichtige Drehkreuze wie die Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Doha wurden geschlossen, zahlreiche internationale Verbindungen gestrichen. Laut dem Deutschen Reiseverband seien rund 30.000 Urlauber deutscher Reiseveranstalter von der Situation betroffen.
Auch René Lembke wartete am Samstag zwölf Stunden am Flughafen und muss nun zwangsweise in Dubai bleiben.
René Lembke, Tourist: » Ansonsten fühlt man sich irgendwie komisch. Es ist sehr skurril, weil wir hier jetzt im Urlaubsparadies sind. Das Wetter ist schön, keine Flugzeuge fliegen, es fühlt sich alles normal an. Aber im Hintergrund kann etwas passieren, kommt irgendwo etwas runter.«
Zahlreiche Touristen in Dubai müssen aktuell auf ihren Zimmern warten, die Weiterreise bleibt ungewiss.
René Lembke, Tourist: »Man weiß gar nicht, dauert es jetzt Wochen? Ist man hier völlig gestrandet? Oder gibt es Friedensverhandlungen, wo jetzt Stillstand ist und es geht wieder alles normal? Das ist die Unsicherheit, die man hat.«
Viele wollen am liebsten direkt nach Hause. Immerhin: am Montag scheint sich die Lage einzelner Touristen ein wenig zu entschärfen.
Richard Grüttmöller, Tourist: »Die letzte Nacht war ruhig. Und man gewöhnt sich ein Stück weit an diese Geräusche, so schlimm das ist. Aber man ist hier etwas entspannter. Man bekommt mit, dass die restlichen Hotelgäste auch deutlich entspannter sind. Man läuft hier draußen trotzdem rum. Heute war der Pool wieder geöffnet. Lagen die Kinder am Pool und die Erwachsenen und haben gespielt. Und trotzdem gucken manche in den Himmel, wenn es lauter wird.«
Und Hilfe naht für besonders vulnerable Gruppen: Das Auswärtige Amt bereitet die Rückholung von Kranken, Kindern und Schwangeren per Chartermaschinen aus der Golfregion vor.