Donald Trump und Benjamin Netanyahu haben nach dem Beginn des Angriffs auf Iran miteinander telefoniert. Der israelische Premier hat das genutzt, um ein Bild für die Geschichtsbücher zu veröffentlichen. Der Professorensohn ließ sich an seinem Schreibtisch ablichten, vor ihm ein Hardcoverband mit dem vielsagenden Titel: »Allies at War. The Politics of Defeating Hitler«.
Netanyahu hat das Regime in Teheran schon oft mit dem NS-Regime verglichen. Der 76-Jährige hat es sich zu seiner politischen Lebensaufgabe gemacht, die Ajatollahs zu stürzen.
Israels Generalstabschef Eyal Zamir hat derweil erklärt, dass die Luftstreitkräfte am Samstag den größten Angriff ihrer Geschichte geflogen seien – und immer noch dabei sind.
»In diesem Moment greifen israelische Luftwaffenpiloten unter erheblichem persönlichem Risiko und in Abstimmung mit US-amerikanischen Angriffen Hunderte Ziele in Iran an«, sagte er einer Mitteilung zufolge. In einer weiteren Mitteilung des Militärs hieß es, rund 200 Kampfjets seien gegen 500 Ziele eingesetzt worden.
Luftverteidigungssysteme und die Marine seien im Einsatz, um Israels Luftraum und Küsten vor Raketenangriffen und Bedrohungen aus der Luft und vom Meer zu schützen, hieß es von Zamir weiter. »Unsere Bodentruppen sind entlang der Grenzen positioniert, um jeden Versuch, in israelisches Gebiet einzudringen, zu vereiteln und abzuwehren.«
Gleichzeitig warnte er die Bürger vor Leichtsinn und einem vorzeitigen Verlassen der Schutzräume bei Raketenalarm. »Wir dürfen die Fähigkeit des Feindes, uns Schaden zuzufügen, nicht unterschätzen«, betonte er. Das Verteidigungssystem sei nicht undurchlässig.
In Israel wurde auch am frühen Abend wiederholt Raketenalarm ausgelöst.
Wegen der militärischen Eskalation sind derzeit einem Bericht des israelischen TV-Kanals 12 zufolge rund 100.000 Israelis im Ausland gestrandet. Aufgrund der iranischen Gegenangriffe wurde der Luftraum über Israel bis auf Weiteres für zivile Flüge geschlossen.
Dem Sender zufolge sitzen auch Dutzende israelische Passagiere in Saudi-Arabien fest – an Bord eines Flugzeuges. Sie seien eigentlich auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gewesen und in Saudi-Arabien notgelandet. Zu Saudi-Arabien unterhält Israel – anders als zu den VAE – keine diplomatischen Beziehungen.
