Hunderttausende protestieren in mehreren Städten Irans gegen das Regime. Polizeifahrzeuge brennen, Sicherheitskräfte schießen scharf, Aktivisten sprechen von mehr als 2500 Toten. Gleichzeitig ist die Lage unübersichtlich: Das Regime hat das Internet tagelang weitgehend abgeschaltet, auch Mobilfunk- und Festnetzdienste waren eingeschränkt. Aus dem Ausland kommen stark voneinander abweichende Schätzungen zu den Opferzahlen.
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Trotzdem verdichten sich die Anzeichen, dass Iran an einem Kipppunkt steht. Seit dem Krieg im vergangenen Juni ist die Währung massiv gefallen, die Inflation hoch, die Wirtschaft schrumpft. Hinzu kommen Korruption, Wasserknappheit und die zunehmende soziale Kontrolle, die sich besonders gegen Frauen richtet. Außenpolitisch ist Irans regionale Einflusszone – die »Achse des Widerstands« – deutlich geschwächt, während Teheran im Inneren immer mehr wie eine Macht wirkt, die nur noch durch Repression zusammengehalten wird.
In dieser Ausgabe von »Acht Milliarden«, dem Auslandspodcast des SPIEGEL, spricht Host Juan Moreno mit dem SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter. Er sieht die Lage nicht so optimistisch wie Kanzler Merz, der von den letzten Tagen und Wochen des Regimes sprach. Von den Sicherheitskräften sind keine Gruppen von Überläufern bekannt, kein General hat die Seiten gewechselt. Genau darum geht es in dieser Folge: Was müsste passieren, damit das Regime tatsächlich fällt? Und welche Rolle spielen dabei die knallharten ökonomischen Interessen der iranischen Eliten ?
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