Der größte Flugzeugträger der US-Marine ist am Donnerstag aus der Souda-Bucht auf Kreta ausgelaufen. Nach Angaben aus Militärkreisen diente der Aufenthalt auf dem dortigen Marine- und Luftwaffenstützpunkt der Versorgung und logistischen Unterstützung der USS Gerald R. Ford.
Noch ist unklar, ob der Verband im östlichen Mittelmeer verbleibt oder den Suezkanal passiert, um über das Rote Meer weiter in Richtung Golfregion zu fahren. Es könnte auch sein, dass die Einheiten in der Region Zypern und Israel bleiben. Fest steht nur: Binnen der kommenden 24 Stunden dürften die Schiffe an ihrem Einsatzort sein.
Washington hat seine militärische Präsenz in der Region zuletzt deutlich verstärkt, unter anderem mit dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln. Zudem befinden sich weitere Kriegsschiffe, Flugabwehrsysteme und Kampfflugzeuge im erweiterten Einsatzgebiet.
Die Vereinigten Staaten haben sogar erstmals in der Geschichte moderne Kampfjets vom Typ F-22 verlegt, wie das »Wall Street Journal« (WSJ) und die »New York Times« berichten . Sie sollen auf der Uvda-Basis im Süden Israels stationiert sein; erste Videos von der Ankunft der Kampfjets kursierten bereits am Dienstag im Netz.
Die Stationierung dürfte auch eine Folge der harten Haltung der Golfstaaten sein:
Sowohl das Königreich Saudi-Arabien
als auch die Vereinigten Arabischen Emirate haben den USA untersagt, ihren Luftraum für einen möglichen Angriff zu nutzen.
Das Pentagon hat seine Kampfjets nicht nur in Israel geparkt, sondern auch in Jordanien. Dieses Vorgehen, so ein US-Offizieller gegenüber dem »WSJ«, verringere die Gefahr, dass alle Kampfflugzeuge des Landes an einem Ort angegriffen werden könnten.
US-Präsident Donald Trump hatte Iran zuletzt Anfang der Woche mit einem militärischen Angriff gedroht, sollten Verhandlungen über das iranische Atomprogramm scheitern. Auch Benjamin Netanyahu hat sich zu Wort gemeldet.
Der israelische Ministerpräsident bekräftigte bei einer Ansprache im Parlament in Jerusalem scharfe Warnungen an Teheran vor einem Angriff auf Israel. In diesem Fall würde der jüdische Staat »mit einer solchen Kraft reagieren, wie sie es sich überhaupt nicht vorstellen können«, sagte er.
Trotz dieser martialischen Rhetorik haben Iran und die USA ihre indirekten diplomatischen Verhandlungen am Donnerstag in Genf wieder aufgenommen.
