Der deutsche Botschafter in Iran, Axel Dittmann, ist laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA ins Außenministerium einbestellt worden. Der Generaldirektor für Westeuropa Aliresa Jussefi habe dabei Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als »verantwortungslose Einmischung in die inneren Angelegenheiten Irans« kritisiert.
Merz hatte Mitte Januar mit Blick auf das Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen die Proteste gesagt: »Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende.« Er gehe davon aus, dass das Regime seine »letzten Tage und Wochen« erlebe.
Laut IRNA verurteilte das Außenministerium zudem die Entscheidung der EU, die Islamischen Revolutionswächter (IRGC) als Terrororganisation einzustufen. Dies sei ein Verstoß gegen die nationale Souveränität des Landes.
- Krise in Nahost: So könnte Trump Iran angreifen Aus New York berichtet Alexander Sarovic
- US-Aufmarsch im Nahen Osten: Schussbereit gegen Iran Von Oliver Imhof
- Proteste brutal niedergeschlagen: Trauen sich die Menschen in Iran nach dem Massaker noch mal auf die Straße? Von Mina Khani, Gilda Sahebi und Anna-Sophie Schneider
Die Einigung der EU auf den lange kontrovers diskutierten Schritt erfolgte dem Bericht zufolge vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Wochen bei einem Außenministertreffen in Brüssel. Bei der gewaltsamen Unterdrückung der Massendemonstrationen sollen nach Angaben iranischer Menschenrechtsaktivisten Tausende, wenn nicht sogar Zehntausende Menschen getötet worden sein.
Im Kampf um das eigene Überleben haben die Machthaber in Iran ein beispielloses Blutbad angerichtet. Die Proteste sind vorerst erstickt, das Land steht unter Schock. Warum der Hass auf das Regime nur noch größer werden dürfte, lesen Sie hier.
