SpOn 22.02.2026
08:56 Uhr

Iran: Studenten demonstrieren gegen das Regime


Trotz der brutalen Attacken des Regimes kommt es in Iran zu neuen Demonstrationen. Mehreren Berichten zufolge haben sich an Universitäten in Teheran Menschen versammelt, um gegen die Regierung zu protestieren.

Iran: Studenten demonstrieren gegen das Regime

Zu Beginn des neuen Semesters hat es in Iran erneut Proteste gegeben. An mehreren Universitäten versammelten sich junge Menschen, um gegen die Regierung zu demonstrieren. Das berichten verschiedene Medien übereinstimmend.

Die britische BBC  konnte laut eigenen Aussagen Videos von Demonstranten verifizieren, die auf dem Campus der Scharif-Universität für Technologie in Teheran protestierten. Später soll es hier zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Anhängern der iranischen Regierung gekommen sein.

Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit den paramilitärischen Basidsch-Einheiten, wie es in dem Bericht des studentischen Newsletters »Amirkabir« hieß.

Auf Videos des bekannten »Amirkabir«-Kanals, der im vergangenen Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, waren Menschenmassen auf dem Campus zu sehen. »Lang lebe der Schah«, war auf einem Video zu hören – eine Anspielung auf Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der inzwischen im Ausland zu einer der bekanntesten Oppositionsfiguren aufgestiegen ist.

Berichte über Festnahmen

Weitere Proteste gab es demnach auch von Medizinstudierenden in der nordöstlichen Millionenmetropole Maschhad. Im Zuge der Proteste kam es offenbar auch zu Festnahmen.

Augenzeugen in Teheran bestätigten die neuen Proteste an der Scharif-Universität. Sie gilt als Elitehochschule. Bereits bei früheren Protestwellen, etwa während der »Frau, Leben, Freiheit«-Bewegung, war es dort zu größeren Demonstrationen gekommen.

Das iranische Regime macht eine Berichterstattung über die Proteste durch Abschirmung nicht nur so gut wie unmöglich, es geht auch brutal gegen die Demonstranten vor.

Mehr zum Thema

Ende Dezember hatten sich Proteste an den hohen Lebenshaltungskosten in Iran entzündet, die sich zu einer landesweiten Protestwelle gegen das Regime ausweiteten. Die Proteste erreichten Anfang Januar ihren Höhepunkt und wurden blutig niedergeschlagen.

Die iranische Regierung spricht von 3000 Toten, internationale Organisationen widersprachen. Sie schätzen die Zahl viel höher ein. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) gibt etwa an, dass mehr als 7000 Menschen getötet worden seien, die meisten von ihnen Demonstranten.

Die US-Regierung baut derweil ihre militärische Präsenz in der Region auf (Mehr dazu lesen Sie hier ). Der US-Präsident hatte dem Regime zuletzt »mit schlimmen Folgen« gedroht, falls Iran sich in den laufenden Atomverhandlungen nicht auf einen Deal einlassen sollte.

Lesen Sie auch: Das Regime in Teheran hat Tausende Demonstrierende getötet. Die SPIEGEL-Rekonstruktion zeigt, wie brutal Sicherheitskräfte in der Stadt Rascht vorgingen. Augenzeugen berichten von gnadenloser Gewalt .

naw/dpa