SpOn 14.01.2026
00:05 Uhr

Iran: Starlink bietet kostenloses Satelliteninternet gegen Blockade


Wegen der Massenproteste hat das Regime in Iran den Zugang zum Internet gesperrt. Nun soll der Internetdienst Starlink den Demonstrierenden zu Hilfe kommen.

Iran: Starlink bietet kostenloses Satelliteninternet gegen Blockade

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk hat seinen Satelliten-Internetdienst Starlink in Iran kostenlos freigeschaltet. Dies wurde dem Finanzdienst Bloomberg  von Unternehmenskreisen bestätigt, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Eine offizielle Stellungnahme von SpaceX lag zunächst nicht vor.

Die iranische Regierung hat im Zuge der landesweiten Proteste seit Tagen weitreichende Einschränkungen des Internetzugangs verhängt. Starlink gilt als schwerer kontrollierbar, da die Terminals direkt mit Satelliten kommunizieren und nicht auf staatliche Infrastruktur angewiesen sind.

Allerdings berichten Medien, dass es den iranischen Behörden bereits teilweise gelungen sei, den Empfang des Satelliteninternets zu stören.

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Der Einsatz von Antennen und Empfangseinheiten ist in Iran zudem verboten. Dennoch werden die Geräte in das Land geschmuggelt. Frühere Schätzungen gingen von rund 20.000 Terminals aus. Die amerikanische Nichtregierungsorganisation Holistic Resilience rechnet inzwischen mit mehr als 50.000 Geräten im Land. Das teilte ihr Leiter, Ahmad Ahmadian, gegenüber dem Finanzdienst Bloomberg mit.

Starlink in Krisengebieten

Starlink wird auch in anderen Krisengebieten eingesetzt, etwa in der Ukraine. Dort spielte das System zu Beginn des russischen Angriffskrieges eine wichtige Rolle, nachdem Teile der Telekommunikationsinfrastruktur zerstört worden waren. Inzwischen erfolgt die Versorgung der Ukraine im Rahmen eines Vertrags zwischen SpaceX und dem amerikanischen Verteidigungsministerium.

Zuvor hatte Elon Musk selbst über die Einsatzgebiete des Systems entschieden. In seiner Biografie erklärte er, er habe sich geweigert, Starlink in der Nähe der von Russland besetzten Krim freizuschalten, um einen Angriff auf russische Truppen nicht zu unterstützen.

dtt/dpa