SpOn 06.03.2026
15:36 Uhr

Iran: Spielergewerkschaft warnt vor Gefahren für schweigende Fußballerinnen


Können die Fußballerinnen Irans nach ihrem Schweigen bei der Nationalhymne sicher in die Heimat zurückkehren? Die Fußballergewerkschaft Fifpro sieht nach Drohungen im iranischen Staatsfernsehen erhebliche Sicherheitsrisiken.

Iran: Spielergewerkschaft warnt vor Gefahren für schweigende Fußballerinnen

Die Fußball-Spielergewerkschaft Fifpro Asien/Ozeanien sorgt sich um die Sicherheit der iranischen Nationalspielerinnen bei einer Rückkehr in die Heimat und hat die Verbände in die Pflicht genommen. Die asiatische Konföderation AFC und der Weltverband Fifa müssten »alle notwendigen Schritte unternehmen, um die Sicherheit der Spielerinnen der iranischen Frauennationalmannschaft zu gewährleisten«, schrieb Fifpro in einer Stellungnahme.

Vor dem Auftaktspiel der Asienmeisterschaft in Australien hatten die iranischen Fußballerinnen bei der Nationalhymne geschwiegen. Beim zweiten Spiel sangen die Spielerinnen die Hymne und salutierten dabei. Eine offizielle Erklärung für die Veränderung gab es nicht.

Mehr zum Thema

Zusätzlich zu der Gefahrenlage durch den Krieg seien Teammitglieder im iranischen Staatsfernsehen öffentlich angegriffen worden. »Online verbreitetes Filmmaterial zeigt, wie der staatliche TV-Moderator Mohammad Reza Shahbazi die Spielerinnen als ›Kriegsverräterinnen‹ bezeichnet und dazu aufruft, sie müssten mit dem ›Stigma von Ehrlosigkeit und Verrat‹ konfrontiert werden«, hieß es bei Fifpro.

Dies erhöhe »die Sorgen um die Sicherheit der Spielerinnen erheblich, sollten sie nach dem Turnier nach Iran zurückkehren«, schrieb die Gewerkschaft weiter. Man sei »zutiefst besorgt« und fordere »die AFC und die Fifa auf, sich dringend mit dem iranischen Fußballverband, der australischen Regierung und allen anderen relevanten Behörden in Verbindung zu setzen, um sicherzustellen, dass alle Anstrengungen unternommen werden, um die Sicherheit der Spielerinnen zu schützen«.

Im zweiten Spiel salutieren und singen die Fußballerinnen

Im zweiten Spiel salutieren und singen die Fußballerinnen

Foto: Dave Hunt / EPA

Die Iranerinnen stehen angesichts der Lage in ihrer Heimat stark unter Druck. »Natürlich machen wir uns große Sorgen um unsere Familien und unsere Lieben und alle anderen Menschen in unserem Land, zu denen wir keinen Kontakt mehr haben«, hatte Trainerin Marziyeh Jafari am Mittwoch erklärt. Stürmerin Sara Didar kämpfte mit den Tränen und sagte: »Natürlich sind wir alle besorgt und traurig wegen der Ereignisse in Iran und wegen unserer Familien und Angehörigen.«

Irans Fußballerinnen nehmen nach ihrem Debüt 2022 zum zweiten Mal an einer Asienmeisterschaft teil. Ihr letzter Gegner Philippinen hat bislang ebenfalls zwei Niederlagen kassiert und null Punkte auf dem Konto. Das letzte Gruppenspiel findet am Sonntag statt.

jan/sid