Nicht nur Israels Premier Benjamin Netanyahu, sondern auch Saudi-Arabiens mächtiger Kronprinz Mohammed bin Salman, kurz MbS, soll Donald Trump zu einem Angriff auf Iran gedrängt haben. Das berichtet die »Washington Post«.
MbS soll demnach mehrfach in den vergangenen Monaten beim US-Präsidenten angerufen haben; zugleich erklärte er öffentlich, die Vereinigten Staaten dürften sein Königreich nicht für einen Angriff auf die Islamische Republik nutzen. Unterstützt wurde MbS wohl von seinem Bruder, Khalid bin Salman; er ist saudischer Verteidigungsminister und soll bei einem Besuch in Washington im Januar für den Angriff geworben haben.
Nach Irans Angriffen auf saudi-arabisches Territorium hat Riad nun den Botschafter der Islamischen Republik einbestellt. Hintergrund seien »eklatante iranische Angriffe«, die sich gegen das Königreich sowie andere »Bruderstaaten« gerichtet hätten, teilte das saudische Außenministerium mit.
Bei dem Treffen mit Botschafter Ali Reza Enajati habe der stellvertretende Außenminister Walid bin Abdulkarim Al-Churaidschi die Missbilligung und Verurteilung der Angriffe durch Riad bekräftigt. Saudi-Arabien lehne jegliche Verletzung der staatlichen Souveränität ab.
Das Königreich werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Sicherheit zu verteidigen und sein Staatsgebiet zu schützen, hieß es weiter. Eine unmittelbare Stellungnahme aus Iran lag zunächst nicht vor.
Iran schießt allein am Samstag 137 Raketen und 209 Drohnen auf VAE
Der saudische Fernsehsender Al Arabiya berichtete darüber hinaus, dass die Außenminister der Golfstaaten am Abend zu einem »Notfalltreffen« per Videokonferenz zusammenkommen wollten, um über die Lage zu beraten.
Iran hatte als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA Ziele in den Emiraten und in anderen Golfstaaten attackiert. Das Verteidigungsministerium in Abu Dhabi teilte am späten Samstagabend mit, die meisten der 137 Raketen und 209 Drohnen, mit denen Iran die Emirate angegriffen habe, seien zerstört oder abgefangen worden.
