SpOn 01.01.2026
11:23 Uhr

Iran: Proteste - Staatsmedien melden Tod einer Sicherheitskraft


Iran erlebt eine neue Welle des Protests, die nun gewalttätiger wird. Laut Staatsmedien ist es dabei zum ersten Todesfall gekommen, das Opfer soll zu einer paramilitärischen Miliz gehören.

Iran: Proteste - Staatsmedien melden Tod einer Sicherheitskraft

Bei den seit Tagen andauernden landesweiten Protesten in Iran ist Staatsmedien zufolge ein Mitglied einer paramilitärischen Truppe getötet worden.

Der 21-Jährige sei bei Zusammenstößen mit Demonstranten in der westlichen Provinz Lorestan ums Leben gekommen, meldete der staatliche Rundfunk. Weitere Männer seien verletzt worden, hieß es ohne konkrete Zahlen. In einer Mitteilung war die Rede von einer »plötzlichen und gewaltsamen Tat opportunistischer, dem Feind angeschlossener Elemente«.

Die Proteste begannen auf einem Markt

Der Mann gehörte laut Staatsmedien zur Basidsch-Miliz, einer paramilitärischen Truppe  aus vermutlich mehreren Millionen Freiwilligen, die den Revolutionswächtern unterstellt ist. Es handelt sich um den ersten registrierten Todesfall seit Beginn der neuen Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage.

Die spontanen Demonstrationen waren am Sonntag von Teherans größtem Handymarkt ausgegangen. Zunächst demonstrierten vorwiegend Händler, später schlossen sich Studenten und Menschen in anderen Städten an.

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Bei den Protestwellen in den vergangenen Jahren entwickelten sich die Demonstrationen rasch zu politischen Aufständen mit scharfen Parolen gegen die Herrschenden. Präsident Masoud Pezeshkian rief die Demonstranten dazu auf, ihre Proteste zu beenden. Er versprach erneut, die Wirtschaft zu reformieren.

Bei den Demonstrationen kommt es zunehmend zu Gewalt. In der Hauptstadt Teheran gibt es laut Augenzeugenberichten in mehreren Vierteln massive Präsenz von Staatskräften. Mit Tränengas und Wasserwerfern gehen sie gegen kleinste Versammlungen vor. Ähnliche Szenen sollen sich auch in anderen Städten abspielen. In der südlichen Provinz Fars sollen Sicherheitskräfte laut der Menschenrechtsorganisation Hengaw mit scharfer Munition auf Protestteilnehmer geschossen haben.

Chaos auf den Märkten, Wut auf den Straßen: Wie sich die Proteste in Iran ausweiteten, lesen Sie hier .

jpz/AFP/dpa