SpOn 21.01.2026
08:57 Uhr

Iran: Menschenrechtler melden 4500 Tote bei Massenprotesten


Brutal ging das iranische Regime gegen regierungskritische Demonstranten vor, nun gibt es eine neue Einschätzung zur Zahl der Opfer: Die US-Organisation HRANA hat nach eigenen Angaben mehr als 4500 Tote identifiziert.

Iran: Menschenrechtler melden 4500 Tote bei Massenprotesten

In Iran sind bei den Massenprotesten wohl mehr als 4500 Menschen getötet worden. Das geht aus einem Bericht des US-amerikanischen Menschenrechtsnetzwerks HRANA  hervor. Demnach habe man bisher 4519 Todesfälle verifiziert.

Nach Angaben von HRANA sind unter den Toten 4251 Demonstranten, 197 Sicherheitskräfte, 38 Menschen, die nicht protestierten, und 33 Minderjährige. Außerdem würden 9049 weitere Todesfälle noch untersucht.

Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) hatte bisher angegeben, dass mindestens 3428 Demonstrierende getötet worden seien. Einige Schätzungen gehen sogar von 5000 bis 20.000 Toten aus.

DER SPIEGEL

Seit Ende Dezember hatten in Teheran und weiteren Städten Tausende Menschen gegen die Führung des Landes protestiert. Einsatzkräfte des Regimes gingen brutal gegen die Demonstranten vor – offenbar auch mit Schusswaffen.

Das Menschenrechtsnetzwerk verweist auf erschütternde Aufnahmen, die von Medizinern analysiert worden seien. Diese kommen demnach zu dem Schluss, dass einige der getöteten Demonstranten zuvor in Behandlung waren. Medizinische Geräte wie Katheter und Beatmungsschläuche an den Leichen nähren den Angaben zufolge den Verdacht, dass Verletzte nach Beginn einer Behandlung ums Leben kamen und ohne Todesfeststellung weggebracht wurden.

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Das Internet in Iran bleibt weiter gesperrt. Nur langsam dringen Aufnahmen nach außen, die das volle Ausmaß der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste zeigen.

Irans Staatsführung macht »terroristische Elemente« sowie die Erzfeinde USA und Israel für Gewalt bei den Massenprotesten verantwortlich. Auch wegen der Kommunikationsblockade lassen sich die Informationen nicht unabhängig überprüfen.

Wer in Iran den Unmut auf die Straßen trägt und wer aus dem Exil Druck macht, lesen Sie hier .

tin/dpa