SpOn 26.01.2026
11:06 Uhr

Iran: Internet bleibt gestört


Das iranische Regime versucht offenbar weiterhin, das Ausmaß der Gewalt gegen Demonstranten zu verbergen. Auch 18 Tage nach Beginn der Internetsperre gibt es massive Einschränkungen. Der Blackout lähmt auch die Wirtschaft.

Iran: Internet bleibt gestört

Das Internet in Iran bleibt auch mehr als zwei Wochen nach Beginn der Kommunikationsblockade weiter gestört. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Montag rund 30 Prozent des üblichen Webtraffics im Vergleich zur Zeit vor der Sperre.

Immer mehr Menschen im Land gelingt es auch, mit sogenannten Tunneldiensten (VPN) wieder Verbindung mit der Welt aufzunehmen. Einige Apps und Websites wurden entsperrt, wie Bewohner aus den iranischen Großstädten berichteten.

Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks schrieb am Montag hingegen noch, dass der Blackout seit 18 Tagen andauere. Er verdecke weiterhin das Ausmaß des tödlichen Vorgehens des Staates gegen die Zivilbevölkerung. 

Diskussionen innerhalb des Machtapparats

Irans Sicherheitsapparat hatte die Maßnahme am Abend des 8. Januar verhängt, als Menschenmassen gegen die autoritäre Regierung auf die Straßen zogen. In zwei Nächten ließ die Staatsführung die Proteste brutal niederschlagen. Nach Informationen des »Time-Magazins« könnten bis zu 30.000 Menschen getötet worden sein. Das Magazin beruft sich auf zwei ranghohe Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums.

Die Internetsperre habe Diskussionen innerhalb des Machtapparats ausgelöst, hieß es in einer Analyse des Critical Threats Project (CTP). Demnach fürchten einige Fraktionen, eine Aufhebung der Internetsperre könnte neue Proteste entfachen. Andere wiederum sehen in den wirtschaftlichen Folgen der Blockade selbst einen möglichen Auslöser für weitere Demonstrationen.

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Der Präsident der iranischen Industrie- und Handelskammer warnte jüngst vor unvorhersehbaren Folgen für die Wirtschaft. Mehr als 400.000 Unternehmen seien in ihrer Existenz bedroht, sagte Gholamhossein Schafei dem Onlineportal »Asre-Eghtesad«. Halte die Internetsperre an, stehe der Lebensunterhalt von etwa neun Millionen Beschäftigten auf dem Spiel.

Kontakte nach Iran sind wegen der Internetsperre kaum möglich. Doch einzelne Stimmen zeigen, wie brutal das Regime gegen das eigene Volk vorgeht. Sehen Sie hier, was unsere Reporterin aktuell aus Iran hört.

fhi/dpa