SpOn 20.11.2025
13:51 Uhr

Iran: IAEA drängt auf Atominspektionen


Die Internationale Atomenergiebehörde hat eine international initiierte Resolution angenommen: Teheran soll umfassende Inspektionen zulassen. Iran kündigte daraufhin die Vereinbarung mit der IAEA.

Iran: IAEA drängt auf Atominspektionen

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) verlangt von Teheran, weitreichende Kontrollen des iranischen Atomprogramms zu erlauben. Das Gremium stimmte in Wien für eine entsprechende Resolution, die Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten initiiert hatten.

Iran reagierte auf die Forderungen nun mit einer Gegenmaßnahme. Teheran kündigte eine Vereinbarung mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vom September, wie Irans Außenminister Abbas Araghtschi laut einem Bericht der Agentur ISNA sagte. Damals hatten sich beide Seiten in Kairo auf einen Rahmen für weitere Inspektionen verständigt.

Im Juni hatten Israel und die USA wichtige iranische Atomanlagen angegriffen , um dem Land die Möglichkeit zu nehmen, Nuklearwaffen zu entwickeln. Teheran bestreitet, solche Ziele zu verfolgen.

Bereits vor den Attacken hatte Teheran die Kontrollmöglichkeiten der IAEA stark eingeschränkt. In den vergangenen Monaten durften IAEA-Inspektoren nur unbeschädigte Anlagen besichtigen. Die zerstörten Anreicherungsstätten blieben ihnen verwehrt. Dort war Uran mit einem beinahe atomwaffentauglichen Reinheitsgrad hergestellt worden.

Der Gouverneursrat forderte nun sofortigen Zugang zu den restlichen Atomanlagen und zum Uran. Außerdem müsse Iran das sogenannte Zusatzprotokoll zu seinem Inspektionsabkommen mit der IAEA umsetzen, hieß es. Damit könnte die Atomenergiebehörde Anlagen ohne lange Vorwarnung besuchen. Sie könnte auch außerhalb der bekannten Nuklearstandorte nach Spuren von geheimen Aktivitäten suchen.

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Teheran hatte diese weitreichenden Inspektionsrechte bereits seit 2021 ausgesetzt. Seit den Angriffen im Juni entscheidet Iran von Fall zu Fall, ob der IAEA Zugang zu Anlagen gewährt wird. Die Resolution wurde nach Angaben von Diplomaten von 19 Staaten unterstützt. Russland, China und Niger stimmten dagegen. Zwölf Staaten enthielten sich.

col/dpa