Reihenweise Leichen in der iranischen Hauptstadt: Menschen bringen bei den Anti-Regime-Protesten Getötete zum Kahrizak Forensic Medical Centre. Dort wollen sie die Identitäten der Toten feststellen lassen. Die Bilder kursieren auf Social Media, sie wurden von der Nachrichtenagentur Reuters verifiziert.
Seit dem 28. Dezember kommt es in der autoritär regierten Republik zu Massenprotesten – den größten seit drei Jahren. Landesweit gehen vor allem junge Menschen auf die Straßen. Ein Auslöser war wohl der massive Kurzsturz des iranischen Rial, der die Preise für Lebensmittel und Alltägliches in die Höhe treibt. Bei den Demonstrationen sollen laut Menschenrechtsorganisationen in den vergangenen zwei Wochen Zehntausende Iraner inhaftiert worden sein, manche Quellen sprechen von mindestens 540 Toten.
Immer wieder kommt es auch zu Stromausfällen, und um die Proteste zu unterdrücken, schaltete die iranische Regierung in der Nacht zu Freitag das Internet und das Telefonnetz ab.
Der Präsident der Islamischen Republik sagte im Staatsfernsehen, dass Israel und die USA die Protestler anstiften würden.
Aus den USA hingegen heißt es, man prüfe mehrere Optionen, darunter auch einen militärischen Einsatz. Die iranische Führung soll sich nach dieser Drohung wohl zu Verhandlungen bereiterklärt haben.