SpOn 11.10.2026
02:09 Uhr

Iran: Geschoss setzt Öltanker in Straße von Hormus in Brand


Wieder ist ein Handelsschiff in der Straße von Hormus attackiert worden. Dabei brach Feuer aus, die Crew ist ersten Angaben zufolge aber in Sicherheit.

Iran: Geschoss setzt Öltanker in Straße von Hormus in Brand

In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden. Das Schiff sei nach Angaben des Kapitäns von einem »unbekannten Geschoss« getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es sei ein Feuer ausgebrochen, die Besatzung soll den Angaben nach aber in Sicherheit sein. Das Ausmaß der Schäden sei noch unklar, hieß es weiter. Auch wer für die Attacke verantwortlich war, ist bisher ungewiss.

Iran blockiert seit Beginn des Kriegs Ende Februar mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr in der für den weltweiten Energiehandel wichtigen Straße von Hormus. In der an ihrer engsten Stelle nur 35 bis 40 Kilometer breiten Meerenge kam es zuletzt wieder regelmäßig zu Beschuss. Irans Revolutionswächter hatten erst am Freitag erklärt, einen Flüssiggastanker auf einer Route nahe der omanischen Küste attackiert zu haben.

In den vergangenen Monaten hatte die US-Marine dort zur Sicherheit zivile Handelsschiffe begleitet. Iran betrachtet diese Route als »illegal« und fordert die Passage entlang seiner eigenen Küste. Auch das US-Militär hat wiederholt iranische Schiffe in der Meerenge attackiert. Sie ist im Irankrieg zum zentralen Konfliktpunkt zwischen Teheran und Washington geworden.

US-Präsident Donald Trump schloss zuletzt nach eigenen Worten eine erneute Offensive gegen Iran vor den US-Kongresswahlen aus (mehr dazu hier). Die USA würden ​Iran vor den Zwischenwahlen am 3. November zu keinem Zeitpunkt angreifen, schrieb Trump am Donnerstag auf ‌seiner Onlineplattform Truth Social. Zugleich erklärte er, man führe produktive Gespräche mit der Islamischen Republik. Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe aber in Kraft. Es gelangten gleichwohl weiter Öl-Lieferungen durch die Straße von Hormus.

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Ob Trumps Darstellung stimmt, dass die USA produktive Gespräche mit Iran führen, ließ ​sich nicht unabhängig klären. Auch frühere Aussagen des Republikaners zu Angriffen hatten sich immer wieder als falsch erwiesen. Mehrfach lancierten die USA Attacken, während Verhandlungen mit Iran liefen oder unmittelbar geplant waren.

Der Krieg ⁠und die ⁠monatlichen Kosten von drei Milliarden Dollar sind zu einem zentralen Thema im US-Wahlkampf geworden. Auch die hohen Benzinpreise setzen Trumps Republikaner unter Druck und gefährden ihre Mehrheit im ‌Kongress. Trump erklärte wiederholt, er erwarte nach den Wahlen einen ​deutlichen Rückgang der ‌Ölpreise. Worauf er seine Prognose stützt, ist unklar.

Diesel-Deal mit Putin sorgt für Aufruhr

Als kurzfristige Maßnahme hat Trump zuletzt nach einem Gespräch mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin Hunderttausende Tonnen an Diesel aus Russland in Aussicht gestellt. Er habe mit Putin unter anderem vereinbart, dass »umgehend« mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt würden, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit (mehr dazu hier).

Nach Angaben der US-Energiebehörde EIA liegt der Verbrauch von Diesel und anderen Destillatkraftstoffen in den USA derzeit bei durchschnittlich rund 3,77 Millionen Barrel täglich. Das entspricht umgerechnet etwa 500.000 Tonnen. Eine Menge von 300.000 Tonnen würde damit rechnerisch den US-Verbrauch für gut 14 Stunden decken.

Die Ankündigung sorgt auch deshalb für Aufruhr, weil Trump erst im vergangenen Monat ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz unterzeichnet hatte, das ihm weitreichende Befugnisse für neue Sanktionen gegen Russland in die Hand gibt. Die Intention des Parlaments dabei war, den Kreml im russischen Angriffskrieg gegen die Ukrainer stärker unter Druck zu setzen. Der nun von Trump verkündete Schritt geht in die gegenteilige Richtung.

jok/dpa